Die Stadt Staßfurt wird die Ortswehren auch in Zeiten knapper werdender Kassen nicht im Stich lassen. Das versicherte Oberbürgermeister René Zok Freitagabend in der Jahreshauptversammlung der Wehr im Spiegelsaal in Brumby.

Staßfurt/Brumby l Man habe sich das Ziel gestellt, jedes Jahr weiterhin rund 100 000 Euro in die Wehren zu investieren und in Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans in jedem Jahr ein neues Feuerwehr-Fahrzeug zu beschaffen, sagte der Oberbürgermeister.

In diesem Jahr sollen von den von der Stadt geplanten Investitionen in Höhe von 9,1 Millionen Euro allein 1,3 Millionen Euro in den Brandschutzbereich fließen. Der Löwenanteil davon, nämlich 1,2 Millionen Euro, sei für den geplanten Gerätehaus-Neubau in Üllnitz vorgesehen, informierte Zok.

"Seit 2008", so rechnete das Stadtoberhaupt vor, "sind 45 000 Euro in die Ortswehr Brumby investiert worden." Das sei auch gerechtfertigt gewesen, fügte Zok hinzu. Nun werde sich die Stadt mit aller Kraft beim Innenministerium dafür einsetzen, dass die Brumbyer Kameraden im nächsten Jahr ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) im Wert von rund 380 000 Euro bekommen.

Es verfügt über einen mindestens 1600 Liter fassenden Löschwassertank, 120 Liter Schaummittelvorrat und 12 Kilogramm Löschpulver. Seine Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2000 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar fördern. Bislang müssen die Kameraden auch noch mit einem aus DDR-Zeiten stammenden W 50 auskommen.

Zok nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Kameraden für die geleistete ehrenamtliche Arbeit zu bedanken. "Diese Wehr ist einsatzbereit und zuverlässig", stellte er mit Anerkennung fest.

Lobende Worte fand er auch dafür, dass die Kameraden oft bei Unfällen auf der nahen A14 Hilfe leisten. "Das ist schon ein Wahnsinn, was hier los ist", kommentierte Zok die Bilanz von Ortswehrleiter Uwe Göllner und fügte hinzu: "Es ist gut, dass es nicht zu schweren Verletzungen gekommen ist."

Der Oberbürgermeister dankte dem stellvertretenden Wehrleiter Bastian Elß für seine zehnjährige Tätigkeit als Jugendwart. Zok äußerte sich auch erfreut darüber, dass es gelungen ist, den Sportplatz in Brumby nach der Auflösung des Sportvereins für die Kinder- und Jugendwehr herzurichten.

Wehrleiter Göllner konnte in seiner Rechenschaftslegung darauf verweisen, dass die Personalentwicklung der Ortswehr Brumby seit Jahren stabil ist. "Unsere Wehr hat insgesamt 54 Mitglieder, davon versehen 37 aktive Kameraden, darunter acht Frauen, ihren Dienst zum Wohle der Allgemeinheit", sagte Göllner. Die Zahl der Alterskameraden sei von fünf auf zehn gestiegen. Die Mitglieder der Kinder- und Jugendwehr gab er mit zwölf an. "Es ist wichtig, die Kinder- und Jugendwehr zu fördern und auszubilden, da ein Teil der Kameraden das Alter von 50 beziehungsweise 60 Jahren überschritten hat", sagte Göllner.

Auf das Einsatzgeschehen eingehend, teilte der Wehrleiter mit, dass die Ortswehr im vergangenen Jahr insgesamt elf Mal alarmiert wurde. Dabei handelte es sich um acht Einsätze auf der Autobahn 14, weiterhin Hilfeleistungen auf der Landesstraße 63, zur Beseitigung von Unwetterschäden und ein Autobrand.

Göllner: "Mit den vorhandenen Gerätschaften auf den Fahrzeugen ist es möglich, eine umfassende Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung mittleren Umfangs durchzuführen. Diesen derzeitigen Stand gilt es, auch weiterhin zu halten, um kompetente Hilfe leisten zu können. Schließlich müssen wir bei Tag und Nacht gerüstet sein, denn wir verbringen zahlreiche Stunden im Jahr damit, uns in Ausbildungseinheiten neue Fähigkeiten anzueignen."

Um auch in heiklen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können, stünden für dieses Jahr die Ausbildungen, Lehrgänge, Übungen an erster Stelle, kündigte der Wehrleiter an. Im vergangenen Jahr hätten alle 16 Atemschutzgeräteträger der Wehr den Test zur Verlängerung ihres Zertifikates bestanden.

Lehrgänge zum Atemschutzgerätewart und zum Zugführer seien von den Kameraden Marco Gustmann und Bastian Elß erfolgreich absolviert worden.

Bei den im 14-tägigen Rythmus stattfindenden Dienstabenden sei es in erster Linie um die Überprüfung und Instandhaltung der Einsatztechnik sowie um die Pflege der Fahrzeuge gegangen.

Eine positive Bilanz konnte auch Jugendwart Bastian Elß für die Arbeit der Kinder- und Jugendwehr ziehen. "Wir haben es geschafft, von null Kinder im letzten Jahr wieder sechs Mädchen und Jungen für die Kinderfeuerwehr zu begeistern", sagte er. Nach zehn Jahren sei es ihm nicht leicht gefallen, den Posten des Jugendwartes an Gordon Lange abzugeben.

Dankesworte gab es an diesem Abend auch von Stadtwehrleiter Olaf Simon, Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) sowie von dem Vertreter des Fördervereins, Klaus Magenheimer, und des Abschnittsleiters Hans-Jürgen Lärz.

Rotter überreichte dem Wehrleiter eine kleine Spende für das neue Domizil der Kinder- und Jugendwehr.