Cochstedt l Mit Transparenten haben Bürger aus Cochstedt auch während der zurückliegenden Beratung des Bau- und Ordnungsausschusses in Hecklingen erneut ein Zeichen dafür gesetzt, das Volkshaus in Cochstedt nicht dem Verfall preiszugeben. Der Bau- und Ordnungsausschuss setzt sich ebenfalls für den Erhalt ein, das macht eine Einschätzung der Beratung für die Leiterin des Bau- und Ordnungsamtes der Stadt Hecklingen, Sigrid Bleile, deutlich.

"Es soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Vereine und Mitglieder der Vereine aus Coch-stedt können darin mitwirken."

Die Anwesenden der Bauausschusssitzung seien sich einig gewesen, so Bleile, dass jetzt ein Nutzungskonzept für das Volkshaus aufgestellt werden soll, bevor weitere Entscheidungen fallen. Was heißt das? Dazu Sigrid Bleile: "Es soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Vereine und Mitglieder der Vereine aus Cochstedt können darin mitwirken." Eine Sprecherin der Vereine wurde von der Stadtverwaltung in Hecklingen auch schon angeschrieben. Die Verwaltung möchte jetzt zusammen mit den Ehrenamtlichen einen Termin für weitere Absprachen zum Nutzungskonzept finden. Auch für Vorschläge, wer künftig in der Arbeitsgruppe mitwirken möchte, sind die verantwortlichen Mitarbeiter im Bauamt dankbar.

Sigrid Bleile erklärt, dass ein Nutzungskonzept die Voraussetzung zur Rettung der Einrichtung ist. "Darauf aufbauend können die notwendigen Sanierungsmaßnahmen festgelegt und umgesetzt werden."

Denn sicher ist nach wie vor: Ohne Fördermittel kann die Stadt Hecklingen die Maßnahme nicht finanzieren. Aus welchem Topf die Zuschüsse kommen, kann im Moment aber noch nicht gesagt werden. Im Gespräch war jüngst das Förderprogramm "Leader", mit dem Projekte im ländlichen Raum von der Europäischen Union unterstützt werden (die Volksstimme berichtete).

Wie viel Geld benötigt wird, hat sich die Stadt von Experten ausrechnen lassen. Ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten bescheinigt, dass die Gesamtkosten der Volkshaus-Sanierung bei 520 000 Euro liegen.

Große Mängel am Dachtragwerk, Pilzbefall und Hausschwamm machen eine Nutzung der Einrichtung seit Monaten nicht möglich.

Für die Vereine im Ort ist das Gebäude aber ein zentraler Anlaufpunkt. Jugendweihen haben hier noch im zurückliegenden Frühjahr stattgefunden. Die Karnevalisten nutzten den Saal für ihre Veranstaltungen. In diesem Jahr war das erstmals nicht möglich. Auch Veranstaltungen im Rahmen vieler Feste sind mit dem Volkshaus eng verbunden.

"Gastronomie ist wichtig"

Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart weiß schon jetzt, dass sich Vertreter der Vereine in die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes gern mit einbringen möchten. Allen voran die Karnevalisten, sagte er. Auch der Sportverein ziehe mit, sicherte Weißbart als Vorsitzender zu. Es gebe auch schon ein paar Vorstellungen.

Jetzt seien Ideen gefragt. "Dennoch, Nutzung hin, Nutzung her ...", wichtig ist für Wolfgang Weißbart die "Absicherung der Einrichtung mit Gastronomie". Außerdem müsse im Vorfeld ausgelotet werden, welche baulichen Voraussetzungen das Haus bieten kann. Ausschlaggebend sei, welche Räume brauchbar sind, welche nicht mehr genutzt werden können, was überflüssig ist und was neu geschaffen werden muss. Weißbart hatte sich das Volkshaus vor ein paar Wochen mit einem Zimmerer und einem Statiker auf eigene Faust angeschaut, um ein weiteres Urteil zu den Kosten einzuholen. "Mit 150 000 Euro ließe sich auch schon was machen", fiel die private Kostenschätzung geringer aus. Weißbart sagte offen, dass er ein Ergebnis schriftlich nicht nachweisen kann. Aber auch seine Leute seien zu dem Ergebnis gekommen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.