Am 29. März stimmen die Staßfurter über einen neuen Oberbürgermeister ab. Sieben Kandidaten stehen zur Wahl. Die Volksstimme stellt sie in loser Folge vor. Heute: Christian Boos, CDU.

Volksstimme: Warum wollen Sie Oberbürgermeister werden?

Christian Boos: Unsere Stadt hat Potenzial, es muss ausgeschöpft werden. Ich will Staßfurt mit allen Ortsteilen wirtschaftlich, kulturell und sportlich voranbringen.

Worin sehen Sie Ihre größte Herausforderung?

Schaffen von Arbeitsplätzen durch Firmenansiedlung, Zusammenwachsen der Orte mit der Kernstadt, Einwohnerrückgang stoppen, Erstellen eines Leitbildes.

Was ist das Pfund, mit dem Staßfurt wuchern sollte?

Mit der zentralen Lage im Kreis und im Land. Mit den Bürgern, die sich sozial, kulturell und sportlich im Ehrenamt engagieren.

Wenn die Stadt Geld im Überfluss hätte, wo würden Sie investieren? (3 Projekte)

Errichtung eines Zukunftsfonds, um freiwillige soziale und karitative Aufgaben der Stadt Staßfurt und ihrer Ortsteile auf Dauer finanzieren zu können.

Die Stadt rechnet in den nächsten Jahren mit einem Defizit von rund neun Millionen Euro. Wo wollen Sie den Rotstift ansetzen? (3 Projekte)

Wir dürfen uns nicht kranksparen. Investitionen in zukunftsträchtige Maßnahmen spülen das Geld später wieder in die Stadtkasse.

Wie transparent und bürgernah wird das Rathaus unter Ihrer Führung?

Transparenz soweit wie gesetzlich möglich. Bürgernähe durch Bürgerbüros (auch mobil) in allen Ortsteilen. Wöchentlicher Sprechtag des OB.

Könnten Sie sich vorstellen, Sprechstunden oder Stadtratssitzungen in den Ortsteilen durchzuführen?

Stadtratssitzungen müssen zentral und möglichst am gleichen Ort stattfinden - Wiedererkennungswert. Sprechstunden soll es in allen Ortsteilen geben.

Was wollen Sie im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit tun?

Neuansiedlungen von Industrie und Gewerbe, Belebung der Innenstadt und des Handels. Stärkung des Bildungsangebotes. Bürokratie abbauen.

Wo wird die Wirtschaftsförderung unter Ihrer Ägide angesiedelt sein und wie kann diese noch schlagkräftiger gemacht werden?

Die Wirtschaftsförderung in professionelle Hände geben, zur Chefsache machen und eng mit der Stadtentwicklung verknüpfen, Bürokratie abbauen.

Wie wollen Sie die Kontakte zur Wirtschaft pflegen?

Vernetzung der einzelnen Gewerbegebiete, regelmäßige Wirtschaftsgespräche zwischen Verwaltungsspitze und Betrieben. Erster Ansprechpartner ist der OB.

Wie wollen Sie die Innenstadt entwickeln?

Einbeziehung des Stadtsees in die Einkaufszone. Attraktive Bebauung für Handel. Ausbau des Radwegenetzes, Verbindung mit allen Orten. Freies WLAN.

Wie stehen Sie zum Salzlandtheater?

Das kulturelle und pädagogische Wirken ist kostbar. Als Kulturhaus und weicher Standortfaktor ist es zu fördern - Anreiz zur Ansiedlung von Familien.

Wie wollen Sie dem weiteren Wegzug von jungen Leuten entgegentreten?

Junge Leute/Familien brauchen eine gesunde Infrastruktur, Arbeitsplätze und Freizeitangebote. Staßfurt muss lebenswert bleiben. Längere Kita-Zeiten.

Wo sollte die Stadt noch neue Baugebiete ausweisen?

Zunächst müssen wir uns mit dem Bestand beschäftigen, Baulücken schließen und Wohngebiete attraktiver machen - uns von innen nach außen entwickeln.

Wie wollen Sie die Breitbandversorgung verbessern?

Wir sind hier auf einem guten Weg. Mit Fördermitteln könnte die Breitbandversorgung zügiger vorangehen. Hot-Spots in allen Ortsteilen.