Nach dem Warnstreik der Lehrer am Mittwoch vor zwei Wochen ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am heutigen Dienstag erneut zum Protest auf. Der GEW-Kreisvorsitzende rechnet mit 150 Teilnehmern aus dem Salzlandkreis und eingeschränktem Unterricht an hiesigen Schulen.

Staßfurt (fro) l "Da mit dem heutigen Stand rund 150 angestellte Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Mitarbeiter des Salzlandkreises dem Aufruf der GEW folgen werden, ist damit zu rechnen, dass Unterricht nur eingeschränkt stattfinden wird", kündigte GEW-Kreisvorsitzender Gerhard Müller am Montag an. "Unsere Kolleginnen und Kollegen werden am 24. März unter anderem ab 8 Uhr von Staßfurt beziehungsweise 8.30 Uhr ab Aschersleben und 9 Uhr ab Bernburg mit Bussen beziehungsweise von Schönebeck mit der Deutschen Bahn und Privat-Pkw nach Leipzig abfahren."

Die Teilnehmer aus dem Salzlandkreis würden gemeinsam mit mehreren zehntausend Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Ausstand treten. "Die Beamten sind zudem zu Solidaritätsaktionen aufgerufen", so der Kreisvorsitzende der GEW.

Die Gewerkschaft fordere wie die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes 5,5 Prozent mehr Lohn, keine Kürzung der Betriebsrenten - und besonders wichtig - die seit Jahrzehnten verweigerte tarifliche und gerechte Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte.

"Dieses Verhalten macht unsere Mitglieder regelrecht wütend."

"Die Arbeitgeberseite unter Führung des sachsen-anhaltinischen Finanzministers Bullerjahn lässt uns mit ihrer bisherigen arroganten und provokativen Blockadehaltung keine andere Wahl", erklärte Gerhard Müller mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde am 28. März. "Wir können es nicht hinnehmen, dass die Arbeitgeberseite wie bisher die Verhandlungen blockiert, keinerlei Beiträge zur Konfliktlösung vorlegt und stattdessen Kürzungen der betrieblichen Renten vornehmen will. Dieses Verhalten macht unsere Mitglieder regelrecht wütend."

Hinzu komme, dass die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen mit ihren Einkommen bis zu fünf Prozent über dem Niveau der Landesbeschäftigten liegen.

Diese Kluft müsse geschlossen werden.