Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch die Rathmannsdorfer sich gegen die Giftmüll-Laster wehren. Die offizielle Route zur Dickstoffversatzanlage nach Staßfurt führt die Gefahrguttransporte immerhin durch die engsten Kurven ihres Ortes.

Rathmannsdorf l Der Schwerlastverkehr durch Rathmannsdorf war häufig schon Thema von Einwohnerbeschwerden im Ortschaftsrat. Und auch Benjamin Zuck als Mitglied des Ortschaftsrats hatte - zudem in seiner Funktion als Leiter der örtlichen Feuerwehr - schon öfters mal nachgefragt, was sich eigentlich in den Tankern für Gefahrgut befindet, die durch die engen, kurvenreichen Straßen von Rathmannsdorf rollen.

Jetzt, mit der Diskussion um die Dickstoffversatzanlage in Staßfurt und die damit einhergehenden Giftmülltransporte wird den Einwohnern auch hier so richtig bewusst, womit sie da täglich konfrontiert werden.

Während der Einwohnerfragestunde zur Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend forderte unter anderen Günter Hartwig das Gremium auf, eine Protestresolution an den Landtag zu schreiben. Immerhin sei es eine Landesstraße, um die es hier gehe. Hartwig sprach sich sogar für ein generelles Durchfahrverbot für Lastkraftwagen aus.

Wolfgang Kaufmann als Vertreter der Stadtverwaltung versuchte zu erklären, dass bei Festlegung der Route über Rathmannsdorf noch die Ortsumgehung ein Thema gewesen sei. Er räumte aber ein, dass die Fahrzeuge künftig über die A 14 fahren können und nicht mehr durch Rathmannsdorf. Alles andere wäre absurd. Bei der Route für die Gefahrguttransporte könne die Stadt mitentscheiden, so der Fachbereichsleiter. Und Kaufmann versprach, dass sich die Stadt bei der Anhörung am 31. März dafür einsetzen werde, dass die Route geändert wird. Ob dagegen die Versatzanlage kommt, darauf habe man keinen Einfluss.

Ortsbürgermeister Klaus Magenheimer ließ über den Auftrag an die Stadt abstimmen, die sich mit dem Begehren der Rathmannsdorfer an den Straßenbaulastträger - den Landesstraßenbaubetrieb - wenden soll.

Auch die vier vom Stadtrat bereits vereidigten und nun frisch verpflichteten Ortschaftsräte (Foto) waren dafür.

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