Bäume sind ein Segen und mit dem Park und der Georgskapelle in Warmsdorf der ganze Stolz des Ortes. Der wurde nun arg in Mitleidenschaft gezogen, als Sturmtief Niklas in der Nacht zum Mittwoch sein Unwesen trieb.

Warmsdorf/Güsten/Ilberstedt l Erich Meyer stand gerade vor seinem Grundstück an der Warmsdorfer Durchfahrtsstraße, als Dienstagabend die Erde bebte. Nur wenige hundert Meter von ihm war eine kolossale Buche zu Boden gekracht. Der einst stolze Baum - rund 30 Meter hoch mit Stammdurchmesser von knapp einem Meter - bot gestern ein trauriges Bild.

Georgskapelle und Denkmal für Zug-Explosion bleiben unversehrt

Glück im Unglück: Der mächtige Baum verfehlte die Georgskapelle um wenige Meter, das Denkmal für die Zug-Explosion von 1945 gar nur um Zentimeter. Die Parkanlage, beliebtes Fotomotiv von Hochzeitspaaren und der ganze Stolz der Warmsdorfer, musste noch mehr Federn lassen. Auch eine hohle Pappel am Mühlgraben hielt den Orkanböen nicht stand, demolierte eine Fußgängerbrücke, als der Baum in das Gewässer stürzte. Das Holz drohte, den Fluss anzustauen. Ebenso riss ein starker Ast von einer Weide ab und landete im Parkteich.

Sturmtief Niklas deckt Pappdach vom Güstener Bahnhof ab

Was aus dem prächtigen Buchenstamm werden soll, werde man prüfen, erklärte der Güstener Bürgermeister Helmut Zander gestern.

Warmsdorfer Einwohner überlegten derweil nicht lange und machten sich sogleich dabei, die Krone zu zerkleinern und sich mit Brennholz zu versorgen. Natürlich nicht ohne vorher grünes Licht vom Bauhof zu bekommen.

Die Schäden an Wohngebäuden hielten sich im Raum Güsten unterdessen bis auf einige Dachziegel, die sich gelöst hatten, in Grenzen (Salzland-Kurier berichtete). Komplett abgedeckt wurde allerdings das Pappdach der Durchgangshalle vom Güstener Bahnhof.

In Bullenstedt kippte der Sturm die hölzerne Turmkonstruktion vom Klostergut. Auch eine Scheune der Agrargenossenschaft in Ilberstedt wurde abgedeckt.

In Güsten landete zudem eine Eiche vom Alten Friedhof auf einer benachbarten Garage. Und die Kameraden der Feuerwehr der Stadt rückten gestern unter anderem nochmal aus, um einen starken Ast nahe der Ruschemühle zu entfernen, als der abzubrechen drohte.

   

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