Ein Unternehmer aus Magdeburg will die alte Staßfurter Tradition der Drahtproduktion wieder zu neuem Leben erwecken. Einen Standort für den Neuanfang hat er schon gefunden.

Staßfurt l Neues leben zieht in die Salzstadt ein. Denn die Tradition der Drahtproduktion wird in Staßfurt neu belebt. Standort ist das Gelände der ehemaligen Pottaschefabrik im Athenslebener Weg 51a in Staßfurt, wo die notwendigen Räumlichkeiten angemietet wurden. Die neue Gesellschaft, die Drahtwerk Staßfurt GmbH (DWS), ist auch schon gegründet worden.

Mit der Sachbearbeiterin Claudia Hoffmann hat sie am 9. März die erste Mitarbeiterin eingestellt. Die junge Frau bringt eine Menge Erfahrungen mit. Denn sie hatte lange Jahre im ehemaligen Drahtwerk Staßfurt gearbeitet, das Ende des vergangenen Jahres seine Pforten geschlossen hatte (Volksstimme berichtete). Es gehörte der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) in Hamm und befand sich am Ende des Athenslebener Weges noch hinter dem Kreisverkehr.

Angeblich hat das Geschäft mit dem Maschendraht keine Zukunft mehr, hieß die Begründung damals von der Geschäftsleitung. Zuletzt waren 24 Mitarbeiter in diesem Traditionsbetrieb tätig, der eine über hundertjährige Geschichte geschrieben hatte.

"Demnächst soll im neuen Drahtwerk ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter des alten Drahtwerkes eingestellt werden", sagte Claudia Hoffmann. Zunächst ist aber erst einmal nur der Verkauf geplant des kompletten Programms, das das alte Drahtwerk Staßfurt geführt hat, weil die alte Industrie-Tradition der Stadt auf dem Gebiet der Drahtproduktion weitergeführt werden soll.

Derzeit bezieht das Unternehmen, das 23 Jahre lang Kunde des alten Staßfurter Drahtwerkes war und für die Landeshauptstadt Magdeburg und darüber hinaus auch europaweit mit Montagen arbeitet, seine Ware von namhaften deutschen Herstellern.

Oberbürgermeister René Zok äußerte sich bei seinem ersten Treffen auf dem ehemaligen Gelände der Pottaschefabrik erfreut über die Standortentscheidung des Investors der neuen DWS GmbH für die Stadt Staßfurt und sicherte ihm jede mögliche Unterstützung der Kommune zu.