Auf einem ehemaligen Bergwerksgelände soll Sonnenstrom erzeugt werden. Der Verbandsgemeinderat hat nun den Startschuss für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes gegeben.

Egelner Mulde l Der Verbandsgemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht. In dem langwierigen Verfahren ging es zunächst einmal darum, das Projekt anzuschieben.

Hintergrund der Planänderung ist das Vorhaben eines privaten Investors, der auf dem Gelände der ehemaligen Grube Caesar den großflächigen Aufbau von Fotovoltaikmodulen plant. Dazu habe das Unternehmen mit dem Namen Sonnenzeit GmbH die entsprechenden Flächen bereits erworben, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr.

Die Brache eignet sich nach Meinung der Fachleute hervorragend für den Aufbau der Anlagen. Denn für die Stromgewinnung werde keine anderweitig nutzbare Fläche blockiert.

Die Stadt Egeln, erinnerte Stöhr, habe bereits das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes eröffnet. Parallel dazu beginnt die Verbandsgemeinde nun mit der Änderung des Flächenutzungsplanes. Dabei soll auf dem Grubengelände eine fast doppelt so große Fläche als Sonderfläche Fotovoltaik ausgewiesen werden, erläuterte der Verbandsgemeindebürgermeister. Der Investor trage die Kosten für die Planungsarbeiten, die direkt seine Flächen betreffen, führte er weiter aus. Die Kosten für andere Teilflächen trage zunächst die Verbandsgemeinde. Es zeichne sich aber bereits ab, dass es Interessenten gebe, die den anderen Teil der Grubenfläche für die Aufstellung weiterer Solarmodule nutzen wollen, kündigte er an. Entsprechende Anfragen seien im Rathaus bereits eingegangen. Die Mehrkosten für die Verbandsgemeinde bezifferte er mit rund 1000 Euro.

Beauftragt mit der Umplanung ist der Architekt Christian Boss. Nach dem Änderungsbeschluss wird er nun die entsprechenden Träger öffentlicher Belange über die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes informieren. Im weiteren Verfahren werde sich dann zeigen, wie die Träger öffentlicher Belange auf die geplante Änderung reagieren, sagte er.

Das Bauamt der Verbandsgemeinde rechnet mit einer schnellen Umsetzung der Planungen. In einer Mitgliedsgemeinde habe dies bereits schnell und gut funktioniert, hatte kürzlich Amtsleiter Gerald Schierhorn dem Egelner Stadtrat erklärt.

Im Verbandsgemeinderat beschäftigten sich die Volksvertreter mit der Frage, ob die Stadt Egeln etwas von dem Solarfeld habe. Auch wenn es finanziell wohl kaum Auswirkungen gebe, könne die Stadt doch von den zu erwartenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen profitieren, schätzte Christian Boos ein. Dadurch würde die Stadt von dem Investor kostenlos begrünt, hob er die möglichen Vorteile für Egeln hervor.