Jubel bei der Bürgerinitiative zum Radweg Förderstedt-Staßfurt. Der Planungsauftrag zum fehlenden Radweg wurde erteilt. Damit kann davon ausgegangen werden, dass der Radweg tatsächlich kommt.

Förderstedt l "Halberstadt hat den Planungsauftrag für den Radweg bekommen", informiert Günther Roddewig von der Staßfurter Stadtverwaltung. Das heißt, dass die Landesstraßenbaubehörde, die den Radweg als Bauherr errichten wird, bald mit den Planungen beginnen wird. Dass bedeute zwar nicht, dass der Bau des Radweges gleich morgen beginnt, aber "die Weichen sind schon einmal gestellt", urteilt der Verkehrsplaner der Stadtverwaltung Staßfurt.

Auch Peter Rotter, Mitglied im Landtag und Förderstedter Ortsbürgermeister, ist optimistisch. "Der Radweg wird mit Sicherheit kommen", sagt er. "Wenn mit den Planungen begonnen wird, wird der Radweg als wichtig erachtet. Heute beginnt das Land auch keinen Radweg zu planen, der nicht gebaut wird. Für so etwas ist gar kein Geld mehr da".

Peter Rotter hat sich auf Landesebene für den Radweg stark gemacht. "Ich bin mit Minister Webel dazu seit längerem im Gespräch", erklärt er. Rotter verweist aber auf die Förderstedter Protestaktionen: "Das ist der Verdienst der Bürgerinitiative", dass das Vorhaben jetzt konkret werde.

Das weitere Vorgehen: Die Landesstraßenbaubehörde plant den Radweg. Unterdessen erarbeitet das Land eine Maßnahmenliste für alle Radwege in Sachsen-Anhalt, den der Landtag noch beschließen muss. Und dann beginnt die Frage der Finanzierung. Das betont auch Peter Rotter.

Es kann nicht sofort im Herbst losgebaut werden. Es muss noch entschieden werden, woher das Geld kommen soll und wann. Ist einmal Geld im Landeshaushalt eingeplant, kommt eine längere Planungsphase. Es könnte also durchaus noch einige Jahre dauern, bis die Förderstedter in die Pedale treten können.

"Das ist ja prima... Großartig!"

Was derzeit vom Land bearbeitet wird, ist die sogenannte Fortschreibung der "Bedarfspläne für straßenbegleitende Radwege an Bundes- und Landesstraßen". Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt überprüft die bereits existierenden Bedarfspläne für Radwege derzeit und überarbeitet sie. "Ein Ergebnis gibt es noch nicht", sagt Peter Mennicke, Pressereferent des Ministeriums auf Volksstimme-Anfrage.

Etwa im dritten Quartal diesen Jahres wird die Überarbeitung fertig sein und kann dem Landtag Sachsen-Anhalt vorgelegt werden. Ergebnis wird eine Prioritätenliste sein, nach der Neubauten oder Sanierungen von Radwegen im ganzen Land nach ihrer Dringlichkeit geordnet werden. Diese muss dann vom Landtag Sachsen-Anhalt beschlossen werden.

Als die Volksstimme Gerhard Schnock, Mitinitiator der "Bürgerinitiative" Radweg - übrigens nicht offiziell eingetragen - die Nachricht mitteilt, freut er sich bis über beide Ohren: "Na, das ist ja ganz prima... Großartig! Da bedankt sich die Bürgerinitiative." Gerhard Schnock wusste noch nichts von den amtsinternen Planungen und hatte schon wieder über die nächste Protestaktion per Drahtesel gedacht.

Das Land bewertet den Bedarf an Radwegen in einem Bewertungsverfahren, so der Ministeriumssprecher, bei dem das Maß der Gefährdung durch einen fehlenden Radweg, etwa durch hohes Verkehrsaufkommen, sowie die Bedeutung des Radwegs, "zum Beispiel der Strecke als Schulweg oder Erreichen von Ortschaften" eine Rolle spielen.