Staßfurt l Zwei Männer sorgen an den Badeseen der Umgebung ab und zu für Aufsehen: Einer geht mit dem Metalldetektor den Strand ab und ein weiterer watet sogar im Taucheranzug durch das Wasser, zwei lange Geräte hat er dabei. Was sie wohl treiben? "Darauf wird mein Kumpel immer angesprochen, ich bin ja im Wasser", sagt Thomas Bernhardt und muss ein bisschen lachen. Kumpel Roland Robitzsch muss dann immer erklären und bevor er das getan hat, beobachten die Leute die beiden Männer schon etwas verdutzt.

Thomas Bernhardt (41) und Roland Robitzsch (47) sind Schatzsucher. Sie suchen an Stränden und im seichten Wasser nach verlorenen Schmuckstücken und alten Münzen. "Vor zirka 20 Jahren habe ich mal eine Dokumentation über das Schatzsuchen am Strand von Miami gesehen, da habe ich mir einen Metalldetektor gekauft", erzählt Thomas Bernhardt. Das Stück stand Ewigkeiten in der Ecke.

Seit einigen Jahren hat er mit dem seltenen Hobby wieder begonnen. Und mit dabei ist der Arbeitskollege und Freund Roland Robitzsch. Während dieser die Suche an Land übernimmt, ist Thomas Bernhardt mit dem Unterwasser-Metalldetektor unterwegs, so weit wie er noch stehen kann. Dazu kommt ein sogenannter Sandscoop, eine Art Schaufel, die ein Stück Sand aufnimmt und kleine Löcher hat, die aber keine Ringe durchlassen. Und einen Taucheranzug braucht er auch - immerhin ist er bis zu fünf Stunden im Wasser bei so einem "Schatzsucher-Tag".

Jeder Junge träumt wahrscheinlich davon, Schätze zu suchen wie Indiana Jones. Bei Thomas Bernhardt ist es heute der Nervenkitzel, der ihn antreibt. "Es ist die Aufregung, wenn der Detektor piept und die Spannung immer größer wird, was sich da wohl finden wird", beschreibt er sein Hobby.

Und es piept relativ oft. Ringe, Ketten, Armbänder und Broschen verlieren die Badegäste oft. "Das liegt daran, dass sich die Haut im kalten Wasser etwas zusammenzieht und der Ring dann locker am Finger sitzt. Halsketten verlieren viele Eltern, wenn sie mit ihren Kindern im Wasser spielen", erzählt Thomas Bernhardt. Schmuck und Münzen werden beim An- und Ausziehen am Strand schnell verloren und sind im Sand unheimlich schwer wiederzufinden.

Der außergewöhnlichste Fund war ein kanadisches Ein-Dollar-Stück aus dem Jahr 2009 im Löderburger See. Aber auch Matchboxautos, Kronkorken, Sonnebrillen und sehr viel Unrat haben die Schatzsucher schon im Wasser gefunden.

Alles was einen Wert über zehn Euro hat, müssen die beiden im Fundbüro abgeben. Ist eine gewisse Frist abgelaufen und der Besitzer meldet sich nicht, gehört der "Schatz" ihnen. Während für Schatzsucher an Land etliche Auflagen und Anträge nötig sind, muss für die Suche in und an Gewässern nur der Betreiber oder Besitzer gefragt werden.

Die beiden Männer wollen sich nicht bereichern, sondern nur ihrem Hobby nachgehen. Bei Betreibern von Badeseen sind sie gern gesehen, denn sie räumen den Strand umsonst auf. Sie lassen sich aber auch kostenlos beauftragen, nach einem speziellem Einzelstück zu fahnden, was dem Besitzer vielleicht besonders am Herzen lag.

Einmal im Jahr fahren Thomas Bernhard und Roland Robitzsch mit einem Camper die Küste der Ostsee ab und suchen. Wenn es mit der Familien zur Ostsee geht, macht Sohn Lennox (10) auch mit. "Die Münzen, die ich finde, gebe ich immer gleich für Eis aus", sagt er.

www.euroschatz.de oder (0175)5084207

   

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