In unserer Reihe "Was ist geworden aus" haben wir in dieser Woche die Ortsbürgermeister nach Einschätzungen zu den Eingemeindungen befragt. Auch Peter Rotter aus Förderstedt stand der Redaktion Rede und Antwort. Er bewertet das Zusammengehen als gut.

Staßfurt l Von den jeweiligen Erfahrungen und Eigenheiten gegenseitig profitieren können, Synergien nutzen, miteinander stark sein - das sind die Vorteile, die Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) in den Eingemeindungen sieht. Der Christdemokrat meint, dass das Zusammenwachsen gelingt, ohne dass die Orte ihre Eigenständigkeit verlieren.

"Die Eingemeindung hat für beide eine Win-Win-Situation gebracht."

"Bei allem, was es noch zu tun gibt: Die Eingemeindung hat für beide - Staßfurt wie die Ortschaften - eine Win-Win-Situation gebracht." Er macht das am Beispiel seiner Ortschaften fest. "Der Ortschaftsrat Förderstedt, das hat man in Staßfurt gemerkt, ist eine Größe, an der man nicht so leicht vorbeikommt. Und die Bürger in den Orten wissen, dass sie sich im Ortschaftsrat vertreten fühlen." Die politische Konstellation gebe es her, so der CDU-Mann, dass die Förderstedter auch eine große Stimme im Stadtrat hätten.

Aber die Eingemeindungen von beiden Seiten her immer nur als Einbahnstraße zu verstehen, davor warnt Peter Rotter, wenn er von der Gewinnsituation im doppelten Sinn spricht. "Wir wollen nicht nur fordern, sondern wir wollen uns mit ganzer Kraft und unseren Möglichkeiten auch einbringen."

Der Ortsbürgermeister erinnert an die Vereinsvielfalt in Förderstedt, Brumby, Üllnitz, Glöthe, Atzendorf, an Schulen und Kindertagesstätten, an die Unternehmen. "Staßfurt ist dadurch bereichert." Und die Orte würden von der größeren Schwester profitieren.

Dass es damals bei der Gebietsreform Richtung Salzstadt gehen sollte, war nicht von vornherein klar. Es gab viele Verhandlungen, zum Teil sehr emotional und auch persönlich geführt. Erinnert sei an die Gespräche in Richtung des heutigen Bördelands.

Peter Rotter ist heute überzeugt, dass man schlussendlich den richtigen Weg gewählt habe. "Es hat vor der Eingemeindung Gespräche in alle Richtungen gegeben, nach Calbe, auch zu den heutigen Bördelandorten. Aber wir haben in Staßfurt für uns das größte Entwicklungspotenzial erkannt. Das Mittelzentrum ist schlagkräftiger. Und ich finde, unsere Entscheidung hat sich bewährt." Als Beispiele nennt Peter Rotter als wichtiges Bauprojekt den Neubau des Gerätehauses für die fusionierten Feuerwehren Förderstedt, Üllnitz, Glöthe. Oder auch die "mit guten Erfolgsaussichten" geplante Ansiedlung des Autohofs in Brumby.

Das Beispiel Brumby zeige aber insgesamt auch anschaulich, was gelinge, und was noch eingefordert werden müsse, so Peter Rotter. Das Gewerbegebiet floriert, doch die Anbindung des Ortes ist schlecht. Gefragt nach Forderungen nennt der Ortsbürgermeister den Öffentlichen Nahverkehr, mit dem die Orte noch besser an die Kernstadt angebunden werden müssten. Dabei müsse man mit dem Kreis zusammenarbeiten. Auch der Radweg von Förderstedt nach Staßfurt bleibe auf der Agenda: Schließlich müsse es darum gehen, den Straßenbau der Gemeindestraßen voranzutreiben.

"Wir sind ein eigenständiges Völkchen."

Ein Thema will Peter Rotter nicht außen vorlassen: Die Vernässung. "Die Ertüchtigung des Marbegrabens ist ein Kraftakt, den wir nur gemeinsam stemmen können." Der Ortschef zeigt sich zuversichtlich, dass das gelingt. Denn: "Bei allen Ideen fühlen wir uns gut von der Stadt verstanden."

Und sind die Förderstedter Staßfurter geworden - oder soll das gar nicht so sein? "Wir sind ein eigenständiges Völkchen, das bleiben wir auch. Aber die Menschen haben begriffen: Wenn es der Stadt gut geht, dann geht es auch den Ortschaften gut."