Mit großem Bahnhof wurden am Freitag die beiden neuen Busse gefeiert, die die Kinder aus dem Umland künftig in die Giersleber Grundschule bringen. Auch wenn kein Cent Fördermittel aus öffentlichen Kassen floss, war Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) eingeladen. Der zeigte sich stark beeindruckt.

Giersleben l Wippi 1 und Wippi 2 heißen die beiden Midi-Busse, die die Giersleber Nachbarskinder künftig in die Grundschule ihrer Wahl bringen. Was Bürgermeister Peter Rietsch (parteilos) und seine Helfer in den zurückliegenden zwölf Monaten bewegt hatten, veranlasste Verkehrsminister Thomas Webel zu Gratulation und Dank für das großartige ehrenamtliche Engagement. Denn Fördermittel gab es für die Anschaffung der beiden Busse nicht. Er wohne selbst auf dem Dorf und weiß, dass man da alles selbst in die Hand nehmen müsse, wenn man etwas erreichen will, so Webel. Ob Feuerwehr oder Heimatverein.

In Giersleben waren es die Mitglieder des Schulfördervereins e.V. und der Bildungs- und Integrationsgesellschaft Saale-Wipper e.V., die extra gegründet wurden, um alles auch rechtlich in Sack und Tüten zu bekommen. Rietsch und seine Mitstreiter schafften es, jede Menge finanzkräftige Sponsoren zu finden. Denn die beiden 22-Sitzer kosten zusammen über 100 000 Euro und müssen langfristig unterhalten werden. Hinzu kam die Busführerschein-Ausbildung der drei Fahrer Kathi Melswich, Herbert Schwieger und Werner Brähmer. Nicht zu vergessen, dass die Nachbarstädte mit der Öffnung ihrer Schuleinzugsbereiche mitspielten.

Thoralf Becker, Verkaufsleiter Nutzfahrzeuge der Magdeburger Mercedes-Benz-Niederlassung, hob bei der Schlüsselübergabe hervor, dass man solche außergewöhnlichen Schritte im Sinne der Kinder einfach tun müsse.

Minister Webel meinte am Rande, dass man Ehrenamt und Sponsoren nicht verordnen könne. Aber es sei schön, dass er Interessierten sagen könne: Guckt nach Giersleben!

Der Erhalt der Schule war für Peter Rietsch immer Chefsache. Und diese Busse sind wieder ein Mosaikstein - auch im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". "Unsere Einwohnerzahlen steigen seit vier Jahren", sagt er nicht ohne Stolz.

 

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