Gedichte, Küsse, Liebesbeweise – heute ist der Tag der Liebenden. Es ist Valentinstag. Floristen haben heute ganz besonders viel zu tun. Ein Blumenstrauß ist noch immer das beliebteste Valentinstagsgeschenk. Hoch im Kurs stehen rote Rosen. Aber gerade die sind heute ungemein teuer.

Staßfurt. "Blumen sprechen immer die richtige Sprache", steht auf einem großem Plakat in dem Blumengeschäft von Sabine Horstmann geschrieben. Treffender kann man dies wohl kaum formulieren. Denn gerade zum Valentintag fehlen oft die richtigen Worte, um dem wichtigesten Menschen, seine Gefühle zu gestehen, ohne dass es abgedroschen klingt. Daher lassen viele Staßfurter einfach die Blumen sprechen.

Gefragt sind vor allem Rosen. Sie sind die Blumen der Liebe schlechthin. Doch gerade aus diesem Grund schnellen die Preise zum Valentinstag nach oben. Dies ärgert selbst die Floristen, die den Preisen der Großhändler ausgeliefert sind.

Gerade langstielige, rote Rosen mit einem großen, festen Blütenkopf kosten am Valentinstag fast doppelt so viel, wie an anderen Tagen. Das liegt unter anderem daran, dass der Valentinstag in vielen Ländern zelebriert wird

Wem die Rosen zu teuer sind, dem rät Sabine Horstmann zu einem schönen bunten Frühlingsstrauß beispielsweise mit Tulpen, Ranunkeln und Freesien. "Eine Alternative zur klassischen roten Rose ist auch ein Strauß mit roten Gerberas. Ein wenig extravagant stufig oder traditionell rund gebunden", so die Floristin.

Für Floristen beginnt der Tag in der Nacht

Für die Blumengeschäfte sind Feiertage wie Valentins- oder Muttertag in gewisser Weise "Großkampftage". Unmengen an frischen Schnittblumen müssen eingekauft werden.

Ehe sie in einem Strauß hübsch arrangiert sind, haben die Floristen die Blumen schon etliche Male in der Hand gehabt. Rosen beispielsweise müssen sorgsam entdornt und frisch beschnitten werden. Und Gerberas werden zunächst einmal gedrahtet, um den Stiel zu stabilisieren. Allein die Vorbereitungen kosten viel Zeit und Mühe und dies gerade dann, wenn wie am Valentinstag riesige Mengen zu verarbeiten sind.

Sabine Horstmann und ihre Mitarbeiterinnen Kristin Köppe und Kristin König haben zum Valentinstag allein 500 rote Rosen und gut 1000 andersfarbige im Angebot – sämtliche anderen Blumen nicht zu vergessen. Das bedeutet morgens um 4 Uhr aufstehen und alles vorbereiten, damit die Kunden heute durch die Blume sagen können: Merci, dass es Dich gibt.

Doch nicht nur Blumen stehen am Valentinstag hoch im Kurs. Alles, was in irgendeiner Weise eine Herzform hat, ist heute ein Verkaufsschlager.

Hoch im Kurs stehen auch kleine Bücher mit Liebesgedichten. Dies ist für jene eine gute Alternative, die nicht Blumen, sondern Worte sprechen lassen wollen, selbst aber keine Edelfeder sind.

Momente der Zweisamkeit finden

Eine junge Frau, die auf rote Rosen, Liebesgedichte und Herzen verzichtet, ist die 29-Jährige Christine Knuth. Seit nunmehr zwei Jahren ist sie mit dem Staßfurter Bauingenieur Oliver Faust liiert. Die Liebe ist groß, aber: "mit der Romantik in Form von herz- zerreißenden Liebsschwüren am Valentinstag hat es mein Schatz nicht so", erzählt sie. "Aber damit kann ich leben."

Über einen tiefer Blick in die Augen und ein sinnliches "Ich liebe Dich" freue sie sich genauso. Wenn es die Arbeit zulässt, dann gehe das Paar auch gern mal essen oder kochen etwas Leckeres. "Die Hauptsache ist, man findet am Valentinstag etwas Zeit für Momente der Zweisamkeit", findet sie.

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