Der Höhepunkt der fünften Jahreszeit ist Geschichte. Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Nicht so in Hecklingen. Tanzverbot, bedeckte Gesichter, normale Outfits? Ganz im Gegenteil. Im Stadtsaal "Stern" wurde zum Ende der Session nochmal ordentlich gefeiert. Auch Zwerge, ein Wasserballett und eine Doppelgängerin der Komikerin Cindy aus Marzahn sorgten für Stimmung.

Hecklingen. "Wenn die anderen zum Aschermittwoch aufhören, fangen wir erst richtig an", René Wullstein, Leiter der Lebenshilfe-Wohnstätte "Am Wachtberg", am Mittwoch selbst kreativ kostümiert, ist erfreut. Grund dafür gab es allemal. Schon um 16 Uhr. Die Menge tobte. Bunte Kostüme, Papierschlangen, Girlanden, Papphüte. Über der Bühne steht in großen Buchstaben: "Fasching". Darunter wird getanzt.

"Das ist gerade unser Wasserballett", lacht Wullstein. Alles läuft nach Plan. In ihren blau-weiß-gestreiften Badeanzügen und den Häubchen sind die Stars der Aufführung zur Musik gerade die Attraktion. Das Publikum ist begeistert. Lautes Klatschen. Mehr als 100 Leute applaudieren.

Anlass für den Beifall ist das Faschingsfest der Hecklinger Lebenshilfe-Wohnstätte "Am Wachtberg". Es am Aschermittwoch stattfinden zu lassen, hat Tradition. Ebenso wie der Besuch der Senioren vom Sozialverband. Die Damen und Herren der Ortsgruppe sind längst zu guten Freunden geworden und feiern gern kräftig mit.

Und nicht nur das. Auch am Programm haben sie ihren Anteil. Die Senioren-Tanzgruppe hat in den letzten Wochen dafür kräftig geübt. Der Tanz um einen Zylinder war bis vorgestern noch geheim, feierte zum Karneval ebenso wie ein Katzentanz Premiere.

Sehr zur Freude der Gäste. Ihnen bot sich an abwechslungsreiches Programm. Mehrstündig, den ganzen Nachmittag. 35 Mitwirkende hatten sich 14 Programmpunkte, so viel wie bisher nie, einfallen lassen. Drum herum haben noch mehr Männer und Frauen Anteil am Gelingen. Wullstein ist es wichtig, dass keiner vergessen wird. "Die Bewohner, das Personal, unsere Praktikanten, die Bürgerarbeiter aus Hecklingen", dankt er den fleißigen Helfern. Und ihre Bemühungen haben sich gelohnt.

Während auf der Bühne umgebaut wird, geht Ergotherapeut Edgar Elster durch die Reihen. Zusammen mit seinem Kollegen Ingo Neubert bringt er im Scheichkostüm die Musik zum Laufen. Weil sich die nächste Gruppe gerade auf ihren Auftritt vorbereitet, hat sich Elster das Mikrophon geschnappt. Er stellt Fragen. "Wie finden Sie die Party?" Elster muss bei einem jungen Mann auf Antwort nicht lang warten. "Ganz hervorragend. Man kann sehen, alle sind mit Freude dabei", ist der Faschingsgast wunschlos glücklich. Nur positive Rückmeldungen sind am Ende der spontanen Blitzumfrage zu verbuchen.

Die Darbietungen des Nachmittags sind gefragt. Zugaben werden gefordert. Auch bei den Sieben Zwergen. Die lustigen Gesellen mit den Zipfelmützen und ihr Schneewittchen müssen gleich zweimal tanzen. Außerdem erklingt Volksmusik, ein Double der Schlagersängerin Helene Fischer tritt auf, zum Fliegerlied wird geschunkelt, aktuelle Hits aus den Charts lassen die Menge toben.

"Und eine Cindy aus Marzahn war auch da. Sie war vielleicht klasse. Fast wie das Original": Eine Frau aus dem Publikum ist hellauf begeistert.

 

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