Staßfurt (rki). Der Vorsitzende des Sozialausschusses des Stadtrates, Ralf-Peter Schmidt (Linke), hat die Vorlage der Stadtverwaltung zur Ausweitung der Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten der Kommune begrüßt.

"Das war ein mutiger Schritt, dieses Thema bearbeitet zu haben", sagte Schmidt, der den Anstoß dazu gegeben hatte. Dabei handele es sich nicht nur um einen sozialen, sondern auch um einen wirtschaftlichen Aspekt. Die Flexibilität, die es auf diesem Gebiet bald in Staßfurt geben werde, könnte der Wirtschaftsförderer der Stadt, Christian Schüler, bei der Werbung von Investoren mit als Standortvorteil vermarkten, sagte Schmidt.

Kritisch äußerte sich jedoch die Leiterin des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung Susanne Henschke. "Das tut mir richtig weh, wenn ich die Vorlage lese. Zu DDR-Zeiten wurden die Kinder in der Hohenerxlebener Straße nicht vor 6 Uhr angenommen", sagte sie. Wenn man die Kleinen schon um 5.30 Uhr zur Krippe bringe, entspreche das nicht dem Kindeswohl.

Schmidt stellte in diesem Zusammenhang klar, dass die Kommune mit der Veränderung der Öffnungszeiten auf die Elternwünsche reagiert habe. Prinzipiell sei es zu begrüßen, wenn man über eine Flexibilisierung nachdenke, sagte Niko Zenker (SPD). Er wollte wissen, welche Mehrausgaben dadurch auf den Stadthaushalt zukommen und wie festgelegt werde, wann ein Bedarf nach einer längeren Betreuung bestehe.

"Lassen sie uns mit Gelassenheit rangehen. Bei Bedarf kann dann nach einem halben Jahr eine Nachjustierung erfolgen", meinte der stellvertretende Oberbürgermeister Hans-Georg Köpper.

Der Beschlussvorlage zufolge können die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten der Stadt künftig je nach Bedarf in der Zeit von 5.30 bis 19 Uhr flexibel festgelegt werden. Für eine Betreuung bis 21 Uhr steht die Kindertagesstätte "Sandmännchen" in Staßfurt zur Verfügung. Die Zeiten sollen nicht angewiesen werden, sondern von Kindertagesstätte zu Kindertagesstätte zusammen mit den Elternkuratorien festgelegt werden.

"Das soll kein Freibrief für gestresste Eltern sein. Darauf sollte man achten", so Angelika Flügel (Linke).

"Da passen wir schon auf", sicherte ihr die zuständige Fachdienstleiterin Marianne Nebel zu.