Staßfurt. Mathe? Oh Gott! Physik? Naja, gerade noch so. Mal Hand aufs Herz: Die Sympathien für Mathematik und Naturwissenschaften halten sich wohl überwiegend in Grenzen. Doch wenn Knobeln, Zaubern und Experimentieren ins Spiel kommen, werden sogar leistungsschwächere Schüler Anhänger dieser Unterrichtsfächer. Das stellt zumindest Christine Karls, pädagogische Mitarbeiterin an der Staßfurter Goethe-Grundschule, immer wieder fest. Sie und ihre Kollegen nutzen das in elf Bundesländern praktizierte Sinus-Programm des Leibniz-Instituts seit 2009.

"Das soll bei der Begabtenförderung mathematisch und naturwissenschaftlich Interessierten helfen", erklärt Schulleiterin Heike Härtge.

"Auf jeden Fall ist es ein Gewinn für die Kinder und für die Schule"

Sie ist überzeugt: "Alle Kinder haben dabei ihre Erfolgserlebnisse. Sie sind damit neugieriger geworden. Auf jeden Fall ist es ein Gewinn für die Kinder und für die Schule." Mit Hilfe des Sinus-Programms haben sich die Regale der Schule mit Unterrichtsmaterialien gefüllt. Messinstrumente, Mini-Mikroskope, Experimentierkästen, sogar Zauberkoffer von "Willi will\'s wissen". Darin finden sich "Die unendliche Wasservase" oder "Die hypnotisierte Puppe".

So erfahren die Grundschüler beispielsweise "Die Oberflächenspannung des Wassers" mit eigenen spannenden Experimenten. "Ich habe 35 Tropfen Wasser auf ein Ein-Cent-Stück gebracht", ruft Saskia begeistert, während Tim mit Hilfe der Pipette noch einen Berg auf ein volles Wasserglas drauf setzt.

Mathematische Zaubertricks, die die Schüler beherrschen, verblüffen unterdessen nicht nur Freunde und Eltern, sondern auch Mathelehrer. Elena Medwedew ist dafür an der Goetheschule zuständig. Als Ein-Euro-Jobberin hat sie den Dritt- und Viertklässlern unter anderem beigebracht, wie man von neun benachbarten Kalendertagen die Summe bildet - mit nur einer Multiplikation. Niclas erklärt stolz: "Man muss nur die mittlere Zahl mit Neun multiplizieren."

Diese Stunden, im Schulamtsdeutsch "ergänzendes schulisches Angebot" oder "schulspezifisches Unterrichts- angebot" bezeichnet, möchte Heike Härtge jedenfalls nicht mehr missen. Ihr Prädikat für das Sinus-Programm lautet "sehr empfehlenswert". Nach ihrer Auffassung sollten es noch viel mehr Grundschulen nutzen. "Und die Schüler können das Programm sogar zu Hause am eigenen Computer verfolgen."

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