Über die extreme Grundwasserproblematik, mit der auch die Stadt Güsten gegenwärtig verstärkt zu kämpfen hat, be- richtete Bürgermeister Helmut Zander im Hauptausschuss am Dienstagabend. Die Liethe-Wehr-Betätigung verteidigte er.

Güsten. "Es gibt massive Diskussionen, wir Güstener würden mit der Liethe Staßfurt unter Wasser setzen und dadurch auch für steigendes Grundwasser in Rathmannsdorf sorgen", begann Zander. "Das ist Polemik ohne Fachkenntnis. Das Hochwasser aus Wipper und Eine haben wir gut überstanden. Auch dank der vielen umgesetzten Schutzmaßnahmen."

Er dankte in diesem Zusammenhang für die gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof, den FFW Amesdorf und Giersleben und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Der schreibe unterdessen vor, wann welches Wehr zu öffnen sei. Zander wiederholte, dass als erste Maßnahme im Hochwasserfall das Liethe-Wehr in Etappen zu öffnen ist. "Wenn die Liethe das Wasser nicht mehr schafft, erst dann ist die Flutmulde dran. Die sorgt aber für noch höhere Grundwasserstände. Die Liethe hat dagegen ein schnelleres Abflussvermögen."

So lange, wie das Liethe-Wehr zurzeit geöffnet werden muss – seit dem 7. Januar – das habe er noch nicht erlebt. Seit dem 17. Januar konnte man die Schütze nach und nach schließen. Der Versuch, das Wehr vollständig wieder zu schließen, misslang am Dienstag, so viel Wasser führe die Wipper noch, dass Osmarsleben und Ilberstedt gefährdet wären. Dienstagabend war eines der vier Schütze noch 15 Zentimeter geöffnet.

"Da kommen wir nicht umhin. Wir müssen die Anlieger in ihrem Bemühen unterstützen"

Zander verwies auf Aussagen von Hydrogeologen, dass man im Güstener Becken "mit Grundwasserständen wie vor 100 Jahren rechnen" müsse. Bei Drängwasser, verstärkt durch hohe Niederschlagsmengen im vergangenen Jahr, könne man nicht viel machen.

Die Stadt versuche dennoch, mit Pumpen die Situation etwas zu entspannen. "Vom 10. bis 23. Januar haben wir die ,Erdenkuhle‘ abgepumpt. Das wird wohl zum Dauerzustand werden. Das hat allerdings auch 1700 Euro gekostet", gab der Bürgermeister zu bedenken. Dennoch setzte die Stadt eine neue Pumpe ein, um im fliegenden Wechsel die Pegel dieses Auffangbeckens und des Siechstalteichs abzusenken. "Da kommen wir nicht umhin. Wir müssen die Anlieger in ihrem Bemühen unterstützen, dass Wasser aus ihren Kellern zu schaffen", machte Helmut Zander deutlich, der mehrere Straßenzüge aufzählte.

Allerdings machte er darauf aufmerksam, dass das Wasser nicht in den Abwasserkanal gehöre, da sonst die dort installierten Pumpenanlagen überlastet werden, wie schon geschehen.

Angesichts des großen Einsatzes des Bürgermeisters (SPD) richtete sein Stellvertreter Gerhard Malkowski (CDU) ein großes Lob an den "Deichgrafen". "Wir sehen seinen Einsatz positiv. Es hätte auch anders kommen können. Mit dem Liethe-Ausbau und den anderen Schutzmaßnahmen haben wir alles richtig gemacht."