Könnern/Güsten. Der Bau neuer Mastanlagen für Tiere, wie beispielsweise bei Güsten geplant, sorgt immer wieder für Diskussionen. Die Teilnehmer des Verbandstages des Kreisbauernverbands Salzland in Könnern hatten dazu eine ganz klare Haltung. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist es den Tieren egal, mit wie vielen Artgenossen sie zusammenleben", fasste es der Vorsitzende Matthias Saudhof zusammen.

Aber auch die Wünsche der Verbraucher müssten respektiert werden, sagte Saudhof. Er weiß, dass diese keine Käfighaltung wollen, keine Medikamente im Endprodukt, geringe Geruchsbelästigung und keine Gentechnik beziehungsweise Klone. Wichtig sei bei solchen Vorhaben daher die Kommunikation mit der Bevölkerung, betonte Saudhof. Zudem könne es natürlich nicht sein, dass ein Investor von weit herkommt, eine Tiermastanlage baut und dann wieder verschwindet.

Jürgen Stadelmann, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium des Landes: "Aber auch wir unterstützen, dass sich moderne Anlagen entwickeln können." Zu diesem Thema findet erstmals am 25. Februar ein Forum "Nutztierhaltung" statt. Ob ein Ei aus Käfig- oder Bodenhaltung stammt, ist nach Auffassung von Frank Zedler, Vorsitzender des Landesbauernverbandes, "reine Ansichtssache". "Das Ei schmeckt deshalb auch nicht anders." Letztlich müsse das Produkt bezahlbar sein.

"In den wenigsten Fällen waren die Landwirte Schuld"

Auch um das Thema Dioxin-Skandal kamen die Landwirte auf ihrem Verbandstag nicht herum. In den vergangenen Jahren habe es ja immer wieder "Skandale" gegeben, erinnerte Saudhof. Beispielsweise vor elf Jahren die "BSE-Krise", 2006 dann die Vogel- und 2008 die Schweinegrippe. Nun schließlich Ende vergangenen Jahres den Dioxin-Skandal. "In den wenigsten Fällen waren die Landwirte Schuld", sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes.

Dennoch müssten sie darunter leiden. Zudem würden die Verbraucher und Konsumenten verunsichert und das Kaufverhalten würde beeinflusst. Das koste Geld, auch wenn sich die Preise für Eier inzwischen wieder stabilisiert hätten. Im Zuge dieser Skandale sprach er sich deutlich für Kontrollen vom Erzeuger bis zum Verbraucher aus. "Wir brauchen ein sicheres Produkt", betonte Saudhof.