Schönebeck. Mit so einem eindeutigen Ergebnis hatte selbst Johann Hauser nicht gerechnet: Beim Kreisparteitag der FDP am vergangenen Sonnabend wurde der hemdsärmelige Atzendorfer als Kreisvorsitzender bestätigt. Er bekam insgesamt fast 96 Prozent der Stimmen der anwesenden Mitglieder (69 Ja, 2 Nein, 1 Enthaltung). Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Ebenfalls bestätigt in der Funktion als 1. Stellvertreter wurde Holger Dittrich (56 Ja, 14 Nein und 2 Enthaltungen). Zweiter Vorsitzender wurde Wolfgang Schulle. Dem neuen Vorstand gehören außerdem Heiko Preuß (Schatzmeister) und Tatjana Milius (Schriftführerin) an.

Die Kreisversammlung in der Elbestadt stand am Sonnabend ganz im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl in vier Wochen. Vor allem der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag, Veit Wolpert, nutzte die Gelegenheit zu einer Generalabrechnung – mit der Politik der FDP, mit den anderen Parteien im Landtag und politischen Entscheidungen, die die Regierungskoalition getroffen hat.

"Am Ende der Höppner-Regierung waren die Menschen in unserem Land als ¿Jammer-Ossis‘ verschrien. Immer dann, wenn wir als FDP in der Regierung waren, ging es dem Land und den Menschen besser", analysierte Wolpert in seiner gut 30 minütigen frei gehaltenen Rede. Die gegenwärtige Situation in der Regierung beschrieb er so: Die FDP sei Anker und Kompass, die CDU schlingere und renne der SPD nur hinterher. "Wir wollen ein Sachsen-Anhalt, das wieder in der 1. Liga spielt" so Wolpert.

Die flammende Rede traf den Nerv der Seelen der Kreisliberalen, die in den vergangenen Wochen mit bangem Blick die Umfragen verfolgen. Erst vier, jetzt fünf Prozent sind noch kein Ergebnis zum Ausruhen. So machte der Landtagesabgeordnete Johann Hauser seinen eigenen politischen Leitspruch zur Kampfaufgabe der gesamten Kreis-FDP: "Mit Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit können wir zu Wahl gehen." Er appellierte an das Wir-Gefühl, dass in den Reihen seiner Mannen einen Monat vor dem entscheidenden Tag wieder aufkommen müsse.

Die FDP im Salzlandkreis zählt derzeit 214 Mitglieder. Vor einem Jahr waren es noch 236. Doch nicht nur die Zahl der Mitglieder ist rückläufig, sondern auch das Spendenaufkommen. Indirekt proportional dazu steigt aber die Motivation: Die Liberalen wollen weiter im Landtag bleiben.

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