Die Stadt Staßfurt gibt jährlich rund 66 000 Euro pro Jahr für die Unterbringung der Obdachlosen aus. Darüber unterrichtete die Leiterin des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, Susanne Henschke, die Mitglieder des Sozialausschusses des Stadtrates in ihrer jüngsten Sitzung.

Staßfurt. Für die Personen, die über keine eigene Wohnung verfügen, hält die Stadt Staßfurt eine Notunterkunft mit insgesamt fünfzehn Plätzen vor, sagte Henschke. In diesem Objekt stünden Zwei- bis Vierbett-Zimmer in ausreichender Größe bereit. Auch die Sanitäranlagen befänden sich in einem guten Zustand.

Zusätzlich gibt es einen Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten und Fernsehgerät, eine Gemeinschaftsküche sowie einen Waschraum mit zwei Waschmaschinen.

Als neuer Betreiber sei der Verein Integration, Beschäftigung und Soziales (IBS) Lutherstadt Eisleben nach der Insolvenz des Initiativkreises für Arbeitsbeschaffung und Bildung Staßfurt vertraglich gebunden worden, sagte Henschke. Die Einrichtung werde in regelmäßigen Abständen vom Gesundheitsamt des Salzlandkreises kontrolliert. "Bisher", so die Fachdienstleiterin, "gab es keine Beanstandungen."

In die Notunterkunft werden die Obdachlosen per Ordnungsverfügung durch den Fachdienst Sicherheit und Ordnung der Stadt Staßfurt für einen Zeitraum von maximal drei Monaten eingewiesen.

"Gleichzeitig werden die Betroffenen unter Aufzeigung eventueller Lösungswege dahingehend aufgeklärt, dass es sich hierbei um eine befristete Maßnahme der Gefahrenabwehr handelt", sagte Henschke.

Die Bewohner hätten in diesen drei Monaten die Verpflichtung, sich zumindest um anderweitigen Wohnraum zu bemühen. Wenn das nicht gelingt, wird die Einweiseverfügung verlängt, erläuterte die Ressortchefin.

Ihren Worten zufolge müssen sich die Obdachlosen mit einem Betrag von 5,95 Euro pro Tag an den Kosten beteiligen. Die Stadt Staßfurt muss für die Vorhaltung der 15 Plätze in dieser Notunterkunft jährlich insgesamt 66 000 Euro bereitstellen. Davon entfallen 46 000 Euro allein auf Personalkosten. Die Stadt zahle für die Leerplätze 7,95 Euro pro Platz und Tag.

Wie die Fachdienstleiterin berichtete, befanden sich im Jahr 2008 und 2009 durchschnittlich sieben Obdachlose in dieser Einrichtung, im vergangenen Jahr waren es im Schnitt vier Personen.

Damals sei die Belegung noch höher gewesen. Da habe man dort durchschnittlich fünfzehn Personen betreut, erinnerte sich die Leiterin des Fachdienstes für Schule, Jugend und Kultur, Marianne Nebel.

Zur Obdachlosigkeit können unter anderem Mietrückstände, eine Wohnungskündigung oder Räumung in Folge einer Räumungsklage, aber auch ein Platzverweis aufgrund häuslicher Gewalt führen, sagte Henschke.

Den Rückgang der Obdachlosen bezeichnete der Ausschussvorsitzende Ralf-Peter Schmidt (Linke) als glücklichen Umstand. Er möchte gern wissen, wie der Träger diese Aufgabe in der Praxis umsetzt.