Alsleben (mz).An einer Aktivierung der ehemaligen Sekundarschule arbeiten die Alsleber Stadträte. Das wurde Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) drei Tage vor der Landtagswahl vorgetragen, als er die Saalestadt besuchte.

Die Sekundarschule sei der Stadt vor einigen Jahren weggenommen worden. "Dafür ist dann nach meinem Dafürhalten in einer Form von Steuerverschwendung in Könnern eine neue Schule gebaut worden", meinte Stadtrat Siegfried Westphal (CDU). Im ehemaligen Sekundarschulgebäude sei nun die Förderschule des Landkreises. "Wir wollen, dass die Förderschüler und die Sekundarschüler in Alsleben wieder gemeinsam unterrichtet werden", sagte Westphal. Obwohl Förderschulen wohl nicht mehr mit Zukunft betrachtet werden, gebe es ja doch die Schulgebäude, in denen unterrichtet werde. Allerdings habe der Landkreis nach der Schließung der Sekundarschule keinen Handschlag mehr am Haus gemacht. "Die Fassade sieht einfach zum Fürchten aus."

Bullerjahn machte den Alslebern insofern Hoffnung, als er vom SPD-Vorhaben sprach, in den nächsten Jahren für die Sanierung der Schulen des Landes 600 Millionen Euro aus EU-Mitteln bereitzustellen. "Das Programm könnte am 1. Januar 2012 losgehen", sagte der Finanzminister. Allerdings gelte das Förderprogramm für Abschlussbauten – "danach ist Schluss."

"Schulen sollten ihre Lehrer auch selbst einstellen können"

Auch bei der Schulgesetzgebung müsse sich was tun. Das längere gemeinsame Lernen und die freie Entscheidung der Eltern, welche Schulform sie vor Ort möchten, seien Ziele, die die SPD umsetzen wolle. "Schulen sollten ihre Lehrer auch selbst einstellen können und über ein eigenes Budget verfügen."

Auch für die Grundschüler wünschen sich die Stadträte noch eine Förderung. "Wir haben unsere Grundschulgebäude mit EFRE-Mittel voll saniert, auch unsere Schulsporthalle mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket", zählte Siegfried Westphal auf. Es fehle aber noch ein Baustein – das sei die Sanierung des Schulhofes. "Wenn wir da in ein Förderprogramm reinkommen könnten, wäre dies wichtig, denn der Zustand ist unhaltbar."

Auch die Grundwasserproblematik und eine möglichst rasche Lösung vor Ort war Thema des Gesprächs. Die Arbeitsgruppen seien dabei, die Situation im Land zu erfassen, erklärte Bullerjahn. Dann müsse analysiert werden, weshalb das Grundwasser angestiegen sei. Schließlich sei es ein Fakt, dass mancherorts einfach Industrie und Landwirtschaft nicht mehr so viel Wasser pumpen, wie zu DDR-Zeiten. Sollten die Ursachen für ein gestiegenes Grundwasser nachweisbar auf weggebrochene Industrie beruhen, "dann wird sich der Staat einbringen, dann wird es eine Förderung geben".

Allerdings gebe es auch Regionen, da müsse der Privatmann selbst dafür sorgen, dass sein Haus nicht durch das hohe Grundwasser Schaden nimmt. Wer in Gebieten mit hohem Grundwasser gebaut habe, der könne sich nicht vom Staat seine Pumpen finanzieren lassen.