Von Thorsten Köhler

Giersleben. Die Gemeinde Giersleben setzt auf Windenergie. Nördlich der Bundesstraße 6n, wo bereits Windräder im Betrieb sind, soll der "Windpark Blaue Warthe" entstehen. Dafür will die SAB WindTeam GmbH etwa 50 Millionen Euro investieren. "Wenn alles planmäßig läuft, können wir noch in diesem Jahr beginnen", erklärt Heiner Danzmann von der Windpark GmbH.

Geplant ist die Errichtung von 15 Anlagen mit einer maximalen Leistung von jeweils 2,3 Megawatt. Die Nabenhöhe eines jeden Windrades beträgt 113,5 Meter, die Gesamthöhe 149 Meter. Der Rotor hat einen Durchmesser von 51 Metern. Zudem wird eine kleinere Anlage, die bereits im Betrieb ist, durch eine größere ersetzt.

Der Windpark liegt derzeit erst im Entwurf vor. Die Träger öffentlicher Belange wurden bereits einbezogen.

Während einer Einwohnerversammlung in Giersleben, zu der jedoch nur sehr wenige Einwohner kamen, einige davon von der Bürgerinitiative "Wir für Giersleben", wurde der Entwurf für den Windpark vorgestellt.

Lediglich ein Zettel im Schaukasten hatte auf die Versammlung aufmerksam gemacht, mit der jedoch das Einvernehmen zum Windparkprojekt mit Bürgern und Gemeinde hergestellt werden soll. Eine Ankündigung im Amtsblatt der Verbandsgemeinde gab es nicht.

Bei der Versammlung wurde auch über die geplanten Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen informiert. Über die Satzung Bebauungsplan "Windpark Blaue Warthe" nun während der nächsten Gemeinderatssitzung beraten werden. Läuft alles planmäßig, könnte die Genehmi- gungsbehörde bereits im Juni oder Juli grünes Licht geben, kündigten die Investoren an.

Errichtet werden sollen die Anlagen nach Angaben von Heiner Danzmann "scheibchenweise". Er geht davon aus, dass, abhängig von der Genehmigung, in Eineinhalbjahres-Scheiben gebaut wird. Finanziert wird das Projekt nicht über ein Investorenmodell. Es ist geplant, dass die Wind Team GmbH langfristig die Anlage betreibt. "Da haben wir als Investor eine größere Sicherheit", so Danzmann.

"Dadurch fließt Gewerbesteuer nach Giersleben. Und die dürfte nicht unerheblich sein"

Danzmann geht davon aus, dass auch die Giersleber Einwohner am Windpark partizipieren können. "Dadurch fließt Gewerbesteuer nach Giersleben. Und die dürfte nicht unerheblich sein", blickt er in eine frohe Zukunft für die Gemeinde. Er sei auch dafür offen, das eine oder andere Projekt im Ort zu sponsern. "Wenn zum Beispiel für den Kinderspielplatz ein Gerät benötigt wird, könne man darüber reden", stellt Danzmann in Aussicht.

Doch Danzmann blickt noch weiter. In Giersleben könnte auch Strom mittels Photovoltaik – eine Anlage liefert bereits Energie für die Schule – oder Biomasse erzeugt werden. "Es könnte sogar eine sogenannte energieautarke Gemeinde werden. Das heißt, Giersleben würde sich selbst mit Strom versorgen", so seine Vision. "Ich bin gern bereit, die Bürger über den Windpark und über das Projekt energieautarke Gemeinde zu informieren."