Der Verkehrsflughafen Cochstedt hat am Mittwochabend seine Feuertaufe als neuer Aiport in Mitteldeutschland mit Bravour bestanden. Die feierliche Begrüßung der ersten Passagiere aus Spanien und die Verabschiedung der ersten Fluggäste nach Gerona bei Barcelona, zu der sich hunderte Zuschauer eingefunden hatten, glich beinahe einem Volksfest.

Cochstedt. Mit einer leichten Verspätung setzte die erste Passagiermaschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair Mittwochabend aus Richtung Gerona/Barcelona auf der 3000 Meter langen, mit blauem Licht befeuerten Landebahn auf.

Als sich dann wenige Minuten später die Türen der Boeing 737-800 öffneten, empfing der Spielmannszug Cochstedt die ersten Passagiere mit festlichen Tönen.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre, Flughafen-Geschäftsführer Uwe Hädicke und Ryanair-Marketing- Chefin Henrike Schmith ließen es sich nicht nehmen, die Crew und die Passagiere persönlich auf dem Boden der Stadt Hecklingen im Salzlandkreis zu begrüßen.

Daehre sprach von einem "schönen Tag". Während andere sich damals von diesem Projekt verabschiedet hatten, habe er immer daran geglaubt. "Bei dem, was wir hier investiert haben, musste es einfach gelingen. Da haben wir lange drauf gewartet. Jetzt müssen wir die Daumen drücken, dass es ein Erfolg wird und bald noch andere Airlines hier starten und landen", sagte der Verkehrsminister. Der Durchbruch sei mit der Aufnahme des Passagierverkehrs durch die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, die ab Mittwoch nun viermal pro Woche von Cochstedt aus nach Alicante, Gerona, Malaga und Las Palmas auf Gran Canaria fliegt, geschafft.

Und in Anspielung auf die vielen Zuschauer, die sich diese Premiere Mittwochabend nicht entgehen lassen wollten, sagte der CDU-Politiker: "Man sieht, dass die Region diesen Flughafen braucht und sich danach sehnt. Das ist keine Konkurrenz zu Halle/Leipzig, sondern eine sinnvolle Ergänzung für die Region Harz/Magdeburg bis nach Niedersachsen."

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos), der den Börde-Airport zum ersten Mal in Augenschein genommen hatte, sagte: "Ich freue mich, dass es heute hier losgeht. Die Stadt Staßfurt ist sehr froh darüber, dass der Flughafen Cochstedt wieder belebt wird und dass zahlreiche Touristen hier starten und landen werden." Er erhoffe sich dadurch für die Region einen Aufschwung, vor allen Dingen touristischer Natur "und dass wir dabei auch das vermarkten können, was wir hier im Umfeld zu bieten haben."

Als Cochstedter schlage einem an einem solchen Tag das Herz höher, meinte der ehemalige Stadtrat Edgar Barth (CDU). "Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber die meisten begrüßen das sicher und freuen sich, was da nun noch kommt, denn das ist ja nur der Anfang", fügte der Cochstedter hinzu, der zusammen mit seiner Frau zu diesem für die Region wichtigen Ereignis gekommen war.

Es dauerte gar nicht lange und schon waren die neuen Fluggäste, die einen Tripp nach Gerona gebucht hatten, an Bord. Darunter befanden sich auch zwei junge Frauen aus Magdeburg, die Cochstedt einfach mal testen wollten. "Wir fliegen jetzt unsere Steuergelder ab, die hier verbaut wurden", sagten sie mit einem Schmunzeln und entschwanden über die Flugzeugtreppe.

Ein halbe Stunde nach der Ankunft war die Maschine wieder startklar. Damit erfüllte der Flughafen die Vorgaben der Airline. Noch kurz ein Enteisungstest und dann begab sich die Boeing auf die Startposition.

Wer sich für das Geschehen auf dem neuen mitteldeutschen Flughafen interessiert, der kann sich am Sonnabend von 14 bis 20 Uhr beim Tag der offenen Tür dort umschauen.

   

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