Staßfurt (kse). Am vergangenen Sonnabend stattete der ungekrönte König des Witzes, Fips Asmussen, der Salzstadt einen Besuch ab.

Etwa 200 erwartungsfrohe Staßfurter hatten das Salzlandtheater zwar nur reichlich zur Hälfte gefüllt, aber für die zweite Hälfte lachten sie mit. Ein Stehpult, ein Tisch und ein Stuhl auf der Vorbühne in kräftiges Licht getaucht, mehr brauchte Asmussen nicht, um sein Publikum zu unterhalten. Er selbst, einfach in einen Blaumann und einen bunten Schal gehüllt, die Worte, die Pointen, die Gags sollten das Bestimmende an diesem Abend sein. Da brauchte es keine weiteren Äußerlichkeiten.

Gleich als er die Bühne betrat, sprach er zunächst von sich als "über 90 – betreute Jugend mit Schuhen von Ikea – etwas zusammengefaltet". Ja, wer Witze über Andere macht, muss sich auch selbst auf die Schippe nehmen können.

Dann kam Asmussen auf Staßfurt zu sprechen. "Staßfurt ist schön", sagte er, "es hat so schöne Einbahnstraßen". Und auf sich bezogen: "Eigentlich bin ich ja für die Obduktion freigegeben, aber für einen Auftritt in Staßfurt langt es noch."

Nun kam das Publikum an die Reihe. "Hier sitzt heute alles, was Rang und Schulden hat", urteilte er über die Staßfurter.

Etwas länger hatte er die Politiker "beim Wickel". Mit ihnen ist es wie mit gutem Wein: Man merkt es erst zu spät, welche Flasche man gewählt hat.

Dann wurde der Komiker spezieller und ging die politische Szene ohne Rücksicht auf Name und Funktion durch. Angela Merkel wurde besonders ausführlich als deutsche Antwort auf Miss Marple (Hauptperson in Krimis von Agatha Christie) charakterisiert. Gerhard Schröders Beraterposten bei einem russischen Energiekonzern spießte er ebenso auf, wie Jürgen Trittin und Franz Müntefering.

Nachdem dieses Thema beendet war, kam Fips Asmussen auf die Frauen zu sprechen. "Ihr werdet uns Männer nie erreichen, wir sind immer ein Stück voraus", sagte er tiefsinnig. Und "Es ist schön, wenn man die Frau fürs Leben findet, aber es ist genau so schön, wenn man ein paar andere kennt".

Und das Publikum ging mit, klatschte, lachte und erlebte einen vergnügten Abend, den er mit einem Gedicht von Kurt Tucholsky, auf die heutige Zeit passend, beendete.

Nach der Vorstellung, kurz vor 23 Uhr saß der Künstler in der Garderobe. Keine Spur von Anstrengung oder gar Erschöpfung war zu merken. Wahrscheinlich hätte er nochmal über zwei Stunden ohne Pause erzählen können, vom Repertoire her war es möglich und von der Kondition erst recht. Auf eine entsprechende Frage nannte der gebürtige Hamburger, der heute in Querfurt lebt, Begabung und Training als die Grundpfeiler seines Könnens. Ganz nebenbei erwähnte er, dass es über 40 CDs mit ihm gibt, dass er über sieben Millionen verkaufte Tonträger aufzuweisen hat und dass er eine Platin- und drei Goldene Schallplatten erworben hat. Und mit etwas Galgenhumor stellte Fips Asmussen abschließend fest, dass er der am meisten beklaute Deutsche sei, und meinte damit seine Pointen und Gags, die von anderen verwendet werden.