Staßfurt. Der Stadtrat hat den Weg für den im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) geplanten Gebäudekomplex am Stadtsee freigemacht.

Er beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass sich die Stadt mit einer Ausstellungsfläche zur Darstellung der Bergbaugeschichte und des Umgangs mit den Folgeschäden, der Stadtbibliothek sowie dem Archiv und dem Bürgerservice einmietet. Als Obergrenze für den Mietzins wurde eine Summe von 111 000 Euro pro Jahr zuzüglich der Betriebskosten festgeschrieben. Voraussetzung ist, dass die Entwurfsplanung von Professor Niebergall zur Ausführung gelangt.

Der Antrag des Chefs der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, die Abstimmung zu vertagen, fand keine Mehrheit. Das gleiche gilt für dessen Vorstoß, untersuchen zu lassen, ob es für die Unterbringung des Archivs und der Bibliothek mit der Nutzung von anderen Immobilien im Stadtzentrum nicht andere, kostengünstigere Alternativen gibt. Dem Vorschlag der Linken, festzuschreiben, dass dort der Planungsentwurf von Professor Niebergall Berücksichtigung finden soll, konnte sich eine Mehrheit des Rates anschließen.

Als Bauherr soll die städtische Wohnungs- und Baugesellschaft fungieren, die dort auch ihren Verwaltungssitz einrichten will. Das Objekt wird den Berechnungen zufolge voraussichtlich 4,65 Millionen Euro kosten. Davon werden 1,86 Millionen Euro aus Fördermitteln des Landes erwartet. 200 000 Euro will die Wohnungs- und Baugesellschaft an Eigenmitteln aufbringen. Die Restsumme von 2,59 Millionen Euro soll über einen KfW-Kredit abgedeckt werden.

Als Bauplatz ist das Gelände am Großen Markt/Rathausstraße vorgesehen, auf dem sich einst das Staßfurter Rathaus und eine Schule befanden. Von der damaligen Stadtverwaltung ist aufgrund von Senkungserscheinungen nur ein Teilstück übrig geblieben, das bis zur Wendezeit als Liegenschaftsamt genutzt wurde.