Die Stadt- und Regionalbibliothek Staßfurt könnte im Juni wieder für die Lesebegeisterten öffnen. Ein Gutachten hat ergeben, dass es im Fußboden keine bedenkliche Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffe gebe. Dennoch soll der Bodenbelag ausgetauscht werden. Dazu sucht die Stadt einen Vergleich mit Hersteller und Handwerksbetrieb. Einigt man sich, sollen die Arbeiten so schnell wie möglich beginnen, damit die Einrichtung wieder genutzt werden kann.

Staßfurt. Staßfurter Bücherfreunde können aufatmen. Schon im Juni könnte die Bibliothek wieder offen sein. " Die Ausdünstungen des PVCFußbodenbelages, dessen Untersuchung zu einer vorsorglichen Schließung geführt hat, sind nicht so hoch konzentriert, dass sie zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen können ", sagt Brigitte Hirschfeld vom Gebäudemanagement der Stadt. Das habe bereits die medizinische Untersuchung der Mitarbeiter ergeben. Nun liegt ein Gutachten vor, dass vom Auftreten von Stoffen spricht, die Reizungen auslösen können, aber insgesamt nicht zu hoch konzentriert sind.

Die Stadtverwaltung will diesen Mangel abstellen, beschwerten sich doch Bibliotheksnutzer und -mitarbeiter über üble Gerüche. Brigitte Hirschfeld erklärte in einer frühreren Sitzung des Kulturausschusses, dass PVC-Belag, Kleber und Feuchtigkeit im Boden miteinander regieren und so die Gerüche ausgelöst würden. Inzwischen laufen deshalb Gespräche mit der Verlegerfirma als unmittelbarem Vertragspartner für die Stadt und dem der Herstellerfirma des Fußbodenbelages. Ein Vergleich soll zur außergerichtlichen Einigung führen, denn im Rathaus weiß man, dass eine Klage sich über Jahre hinziehen könne. Zeit, in der die Bibliothek nicht geschlossen bleiben kann.

Eine Einigung scheint jetzt in Sicht, denn die Herstellerfirma ist zu Gesprächen bereit, der Handwerksbetrieb kündigte an, den neuen Fußboden kostenlos verlegen zu wollen. Die Stadt, das machte Baufachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann deutlich, werde nichts zahlen, liegt sie doch in den Gewährleistungsfristen.

Als Termin für den Vergleich ist der 3. Mai benannt. Danach kann alles ganz schnell gehen. Das aktuelle Gutachten fordert eine Feuchtigkeitsprüfung des Estrichs, bevor neuer Fußbodenbelag verlegt wird. Außerdem müssen für die Zeit der Arbeiten die Medien ausgelagert werden. Brigitte Hirschfeld sagt, dass dafür bereits geeignete Räume in der Grundschule Nord gefunden sind. Die Räumarbeiten würde der Hausmeister-Pool des Gebäudemanagements übernehmen. Die Firma benötige rund 14 Tage, um den neuen Fußboden zu verlegen. Außerdem müssten die Bücher zum Teil gelüftet werden, damit der Geruch aus den Seiten zieht.

Erste Planungen der Verwaltung gehen deshalb davon aus, dass die Bibliothek im Juni wieder geöffnet werden kann. Brigitte Hirschfeld : " Alles hängt davon ab, ob es gelingt, eine Einigung zu erzielen. "