Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind eine schlagkräftige Truppe. Vielseitig einsetzbar. Männer und Frauen für alle Fälle sozusagen. Denn, wie es dem Bericht von Wehrleiter Reinhard Heine bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend zu entnehmen war, konnte man sich 2009 nicht nur bei Einsätzen auf sie verlassen, bei denen es um Retten und Bergen ging. Zahlreiche Veranstaltungen und Feste zwischen Osterfeuer und Weihnachtsmarkt wären ohne die Kameraden nicht durchführbar.

Neundorf. Ortsbürgermeister Burkhard Hennicke brachte es auf den Punkt, als er den Kameraden für die Zeit dankte, in der sie ihrer Familie nicht zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt würden sie damit auch das Vereinsleben im Ort stark unterstützen.

Die Liste solcher Veranstaltungen wie Tag der offenen Tür, Osterfeuer, Halloween oder Hilfe beim Weihnachtsmarkt war länger als die der Einsätze. Und das ist wohl auch gut so. Sechs Mal wurde die FFW 2009 alarmiert : zwei Mal Feuer, zwei Ölspuren beseitigen, einen Sturmschaden, eine Amtshilfe. Hans-Georg Köpper sagte dazu in Vertretung des Staßfurter Oberbürgermeisters : " Nur die Einsatzbilanz einer Wehr zu betrachten, würde ein falsches Bild ergeben. Es gehört mehr dazu, um überhaupt bei Einsätzen bestehen zu können. " In Sachen Risiko-Analyse, mit der sich alle Feuerwehren befassen werden müssen, appellierte Köpper, dass es nicht zu dem Ergebnis kommen dürfe, alle Wehren bräuchten noch mehr Technik. " Die Frage ist, was die Stadt schultern kann. " Das sei bei einem Defizit von drei Millionen Euro 2009 und auch einem 2010 nicht ausgeglichenen Haushalt absehbar. Der zuständige Fachbereichsleiter gab sich aber optimistisch, dass die Risiko-Analyse auch dazu führen könnte, dass sich die Ortswehren spezialisieren und die gesamte Feuerwehr der Stadt Staßfurt daraus gestärkt hervorgehe.

Als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der FFW Staßfurt sagte Köpper, dass der Verein bemüht sei, die Feuerwehr insgesamt zu unterstützen. Schwerpunkte : Nachwuchsarbeit und Alterskameraden.

Dass dies ganz gut funktioniert, war in den Berichten vom Neundorfer Jugendwart Matthias Volkland und vom Stadtwehrleiter Olaf Simon zu hören. Simon dankte auf der mittlerweile vorletzten Jahreshauptversammlung aller Staßfurter Ortswehren für 2009 nochmals für die Mitarbeit an der Traditionswache, die allen Alterskameraden im Stadtgebiet zur Verfügung steht. Kamerad Volksland zählte solche gemeinsamen Nachwuchs-Veranstaltungen

innerhalb der neuen Struktur wie Zeltlager, Schlauchbootfahren auf der Bode oder den Ausflug zum Eislaufen nach Wolfsburg auf.

Bei allen positiven Bilanzen, die Wehrleiter Heine zur personellen Stärke in der Jugendwehr ( 12 Jungen und Mädchen ) wie auch im aktiven Dienst ( 23 ) ziehen konnte, vergaß er nicht, zu appellieren, dass man gern weitere Freiwillige besonders im Erwachsenenbereich begrüßen würde. Auf der Tagesordnung standen schließlich noch Beförderungen und Ehrungen für besonderes Engagement neben dem Dienst. Das Schlusswort Heines hieß : Dank an die Küchenmannschaft. Sie hatte unter Leitung von Thomas Witte für diesen Abend Bauerngulasch in der FFW-Feldküche gezaubert, das sich die Gastgeber mit Vertretern der anderen Ortsfeuerwehren schmecken ließen.