Bernburg / Staßfurt. Das im Altkreis Aschersleben-Staßfurt erfolgreich praktizierte Projekt sozialpädagogisch begleitetes Wohnen für 28 wohnungslose Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren, das vorerst bis zum 31. Mai 2010 genehmigt wurde, will die Arbeitsgemeinschaft ( Arge ) Aschersleben-Staßfurt gern verlängern.

" Wir arbeiten mit Hochdruck daran und haben gute Chancen ", sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Arge, Klaus Stops, bei der Vorstellung in der jüngsten Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses. Anmelden konnten sich junge Leute, die keinen Schulabschluss, wenig Vorstellungen über ihre berufliche Perspektive haben und bislang nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten. Bisher waren sie über insgesamt drei Förderzeiträume 2006 / 07 bis 2008 / 09 beim Berufsförderungswerk Staßfurt untergebracht und dort auch betreut worden.

Bei dieser seit dem 1. Juni des vergangenen Jahres laufenden neuen Maßnahme handele es sich um ein Gesamtpaket, sagte Stops. Das heißt, den jungen Leuten werde entsprechender Wohnraum zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden sie von der Arge entsprechend gefördert. Sie zahlt dafür eine Aufwandspauschale von 942 Euro für Personalausstattungs- und Sachkosten pro Person.

Aus dem von der Arge für die Umsetzung ins Leben gerufenen Ideenwettbewerb setzten sich die Stiftung Staßfurter Waisenhaus für den Altkreis Staßfurt und das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum für den Altkreis Aschersleben durch.

" Es gibt einen großen Hilfebedarf für Jugendliche bis zu 25 Jahren, wovon manche nur über einen Reifegrad wie 14-Jährige verfügen ", sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Axel Eckert, dessen Stiftung 14 junge Leute betreut. Es gebe zwar Probleme mit den Jugendlichen, diese hätten sich aber inzwischen zu mitdenkenden Persönlichkeiten entwickelt, schätzte Eckert ein. So hätten sie zum Beispiel allein ein Soccer-Turnier organisiert und auf die Beine gestellt. Als weitere Vorhaben kündigte der Geschäftsführer den Bau eines Bolzplatzes in der Neundorfer Straße in Staßfurt an.

Eckert : " Wir arbeiten mit Hochdruck an der Fortführung der Konzeption. "

Über anfängliche Schwierigkeiten berichtete auch die Geschäftsführerin des BBRZ Aschersleben Elke Brüggemann den Aussschussmitgliedern. " Aber auch wir haben Erfolge mit den Jugendlichen erzielt. Sie haben zum Beispiel ihre Wohnräume in der Gemeinschaftseinrichtung selbst eingerichtet und ihre Möbel allein zusammen gebaut. "

Brüggemanns Fazit : " Sie brauchen einfach die helfende Hand und die soziale Unterstützung. "

Ausschussmitglied Dr. Georg Hamm lobte beide Träger sowie die Arge für ihr Engagement. " Das, was sie leisten müssen, kann man sich kaum vorstellen ", sagte der CDUPolitiker.

Sven Hause ( SPD-Fraktion ) begrüßte das Projekt : " Ich sehe es als vorrangiges Ziel an, zu verhindern, dass Jugendliche arbeitslos werden. Jeder Baustein ist absolut wichtig. " Er schlug vor, dass die Arge und die anderen beiden SGBII-Einheiten des Salzlandkreises einen Jugendbericht erarbeiten und dann dem Gesundheits- und Sozialausschuss vorlegen.

Ernst Neugebauer ( CDU ) sprach von einem " sozialen Reparaturbetrieb ". Der Senior fragt sich, wie man eine solche Entwicklung der Jugendlichen verhindern könne, um " solche Brüche " zu vermeiden.

Einen Bedarf für derartige Projekte sieht Christian Jethon, der als sachkundiger Bürger in dem Ausschuss mitarbeitet, auch in den anderen beiden Altkreisen Bernburg und Schönebeck.

Sozialdezernentin Edith Völksch sicherte ihm eine Prüfung zu. Für das Amt für Arbeitsförderung in Bernburg bestehe ein ähnliches Projekt, informierte die Ressortchefin. " Das wollen wir mit dem Amt für Arbeitsförderung und dem Jugendamt und in einem zweiten Schritt auch mit der Kommunalen Beschäftigungsagentur Schönebeck besprechen ", sagte die Ressortchefin.