Zu den zahlreichen Ausstellern, die sich auf der weltgrößten Reisemesse, der Internationalen Tourismus-Börse ( ITB ) auf dem Berliner Messegelände am Funkturm präsentierten, gehörte auch die Stadt Staßfurt. Aus Kostengründen nutzte sie für ihre Angebote den kleinen, aber feinen Stand des Salzlandkreises.

Berlin / Staßfurt. " Unser Ziel ist es, gemeinsam mit dem ortsansässigen Beherbergungsgewerbe Tagestourismus zu entwickeln. Wir wollen, dass die Menschen, die zwischen Dresden und Magdeburg unterwegs sind, in Staßfurt Station machen, hier übernachten und sich von unseren Angeboten überzeugen lassen ", sagte Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ).

Ihm sei sehr wohl bewusst, dass Staßfurt kein klassischer Tourismusort sei, der die Menschen aus nah und fern anziehe, sondern eher ein Industrieund Gewerbestandort. " Aber wir haben schöne Ecken und Gegenden rund um unsere Stadt, wie zum Beispiel die Bode und die Wanderwege, aber auch touristische Höhepunkte, wie das Traditionsbahnbetriebswerk mit seinen originalerhaltenen Dampfloks, das Stadt- und Bergbaumuseum und das Fahrzeugmusseum im Ortsteil Glöthe ", so das Stadtoberhaupt.

Diese Angebote habe die Kommune vernetzt und einen Tourismus-Stammtisch gebildet. Er habe als erstes den historischen Stadtrundgang überarbeitet. Den dafür geschaffenen Flyer stellte die Stadt erstmals auf der ITB vor. " Der Stadtrundgang besteht aus vier Teilen ", sagte der Wirtschaftsförderer der Stadt Christian Schüler. Startpunkt ist das Rondell der Stadtmauer.

Schüler : " Dort gibt es erste Erläuterungen zur Stadtgeschichte sowie zur Bergbauhistorie der Stadt. Darüber hinaus wird den Gästen dort der virtuelle Rundflug über die Stadt gezeigt, den das Fraunhofer-Institut im 3-D-Format angefertigt hatte. "

Anschließend gehe es los über die Steinstraße bis zum Stadtsee, wo den Besuchern die Erfolge beim Stadtumbauprozess IBA 2010 und bei der Bewältigung der Bergbaufolgeschäden präsentiert werden können. Von dort aus erfolgt eine Besichtigung der Schachtröhren der ersten Kalischächte der Welt im Kaligarten sowie des Bergmannsdenkmals. " Zum Schluss gibt es einen deftigen Ausklang – ein Tscherper-Frühstück in der Bergmanns-Traditions-Gaststätte, Zum Obersteiger ‘", sagte der Wirtschaftsförderer.

Die erste neue Tour findet am 28. März statt. " Sie werden künftig einmal im Monat, jeweils am letzten Sonntag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr angeboten ", sagte Schüler. Es sei aber möglich, dieses Angebot nach Vereinbarung zu anderen Zeitren zu buchen.

Organisiert werden die Rundgänge vom Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt. Als fachkundige Begleiter der Gäste werden sich der Vorsitzende des Bergmannsvereins Gerald Meier und der Vorsitzende des Geschichtsvereins Heinz Czerwienski abwechseln.

Wie Schüler mitteilte, können die Touren ab sofort in sämtlichen Reisebüros in Deutschland, beim Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt ( Tel. 03925 32 31 33 oder E-Mail museum @ stassfurt, net ) sowie über die Internethomepage der Stadt Staßfurt gebucht werden. Erläuterungen dazu gibt nicht nur der neue Flyer der Stadt, sondern auch die Broschüren " Herzensbrecher " sowie " Radwandern in Sachsen-Anhalt ".

Erweiterung auf drei Touren geplant

Wie der Oberbürgermeister ankündigte, soll der historische Stadtrundgang demnächst durch bis zu drei Touren erweitert werden.

Die ersten Messebesucher, denen am vergangenen Freitag der neue Flyer und die neue Broschüre " Salzstadt Staßfurt – Tradition und Vielfalt " vorgestellt wurde, waren Sachsen-Anhalts Verkehrs- und Landesentwicklungsminister Dr. Karl-Heinz Daehre und Wirtschaftsstaatssekretär Detlef Schubert ( beide CDU ).

Während Daehre bekannte, er müsste öfter nach Staßfurt fahren, sagte Schubert : " Ich bin überrascht über das Engagement und freue mich, dass sich Leute gefunden haben, die bestimmte Aktivitäten in die Hand nehmen und für ihre Stadt und ihre Region etwas tun. "

Einen Schub nach vorn versprechen sich der Oberbürgermeister und der Wirtschaftsförderer auch von der Landesgartenschau, die im April in Aschersleben eröffnet wird. Schließlich ist es der Stadt Staßfurt gelungen, sich als Referenzstandort zu etablieren.

Das wirkte sich bereits positiv auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin aus. Denn die Landesgartenschau 2010, die über einen eigenen Stand verfügte, vermarktete dort auch die touristischen Angebote ihrer Referenzstandorte wie zum Beispiel Staßfurt mit. So war dort unter anderem auch ein Flyer vom Schloss Hohenerxleben zu finden.
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