Mit der Zustimmung der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes ( WAZV ) " Bode-Wipper " zur Übernahme der Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung in den Mitgliedsorten des Abwasserzweckverbandes ( AZV ) " Bodeniederung " steht der Vertragsunterzeichnung nun nichts mehr im Wege.

Staßfurt. Bevor der Abstimmungsmarathon erfolgen konnte, stellte Heino Fricke aus Neundorf in der Bürgerfragestunde seinen Standpunkt dar : " Ich halte den Vertrag für erpresserisch. Wenn irgendetwas in die Hose geht, hat der Kunde zu zahlen. Die Regierung hält sich da raus und der Landkreis macht eine klägliche Figur. "

Aus seiner Sicht könnte man die Kosten für den Abwickler des Verbandes sparen, denn dessen Aufgaben könnten auch vom stellvertretenden Geschäftsführer des AZV, Uwe Baier, erledigt werden, sagte Fricke, der die Arbeitsweise des AZV als " mafiös " bezeichnete. Dem WAZV-Geschäftsführer Dr. Joachim Rosenthal und den Vertretern in der Verbandsversammlung empfahl er, das Anlagevermögen des AZV sehr genau zu kontrollieren, denn ansonsten müsste der WAZV später zusätzliche Kosten für die Sanierung der Kanalanlagen aufwenden.

Dr. Rosenthal entgegnete, dass man seit 2007 zusammensitze, um das Vertragswerk vorzubereiten. Der Abwickler sei notwendig. Mit der Übernahme des Personals spare man auch einen Geschäftsführer ein. Auf das Anlagevermögen eingehend, teilte er mit, dass der WAZV den Kredit des AZV in Höhe von 30 Millionen Euro weiter abzahlen müsse. 2023, wenn der Vertrag mit dem privaten Betreiber auslaufe, und die Anlagen an den Verband gehen, müssten diese neu bewertet werden.

In diesem Zusammenhang verwies Dr. Rosenthal auf einen Vergleich, auf den sich der AZV mit dem privaten Betreiber verständigt hatte. Danach wird der AZV in diesem Jahr mit einem Aufwand von rund 550 000 Euro insgesamt 128 von Schwefelwasserstoff angegriffene Schächte sanieren. Die WTE Betriebsgesellschaft mbH werde zur Geruchsvermeidung und zur Verhinderung weiterer Zersetzungserscheinungen in den 21 Transportleitungen Dosierstationen auf ihre Kosten einbauen.

" Wir werden die Kontrollen, die Herr Baier bisher durchgeführt hat und die zu Ergebnissen geführt haben, die sich sehen lassen können, weiter führen ", versprach der WAZVGeschäftsführer. Ob es verdeckte Mängel gebe, werde juristisch geprüft.

Dr. Rosenthal : " Wir müssen für die Bürger das Optimum herausholen. Der private Betreiber wird selbst nichts machen, denn er ist nur seinen Aktionären verpflichtet. "

Ohne große Diskussionen ist das umfangreiche Vertragspaket dann von den Verbandsvertretern beschlossen worden. Es sieht auch vor, dass das Gelände der AZV-Kläranlage in Gaensefurth, der Stützpunkt Am Mühlenholz in Egeln und ein Lagerplatz in Löderburg in das Eigentum des WAZV übergehen. Dabei handelt es sich um Grundstücke mit einem Gesamtumfang von 23 200 Quadratmeter.

Einen Knackpunkt bilden die Altschulden des AZV, die er in der Zeit gemacht hatte, wo es keine kostendeckenden Gebühren gab. Diesen Millionen-Betrag müssen die Mitgliedsgemeinden bis 2015 abbauen. Ohne die zugesagte Landeshilfe ist das nicht möglich.