Nach Aussage von Kreisschuldezernentin Petra Czuratis ist die Zahl der Schüler, welche den Schulunterricht schwänzen, zu hoch. Sie vermutet zudem eine nicht unbeträchtliche Dunkelziffer.

Bernburg. " Ich habe einfach verschlafen. Und dann hatte ich keinen Bock mehr, zu spät in die Schule zu kommen. Da bin ich eben überhaupt nicht hingegangen. " Das gibt der 17-jährige Maik kleinlaut zu, als ihn sein Lehrer in der Berufsschule nach dem Fehltag fragt. Wie Maik gibt es im Landkreis immer wieder Schüler, welche die Schule schwänzen.

" Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nicht regelmäßig die Schule besuchen, ist zu hoch. " Die Aussage von Dezernentin Petra Czuratis belegen die Zahlen : Bis zum 22. Februar waren im Schuljahr 2009 / 2010 im Landkreis bereits 93 Schulschwänzer registriert worden. Im Bereich Schönebeck / Bernburg waren 42, im Bereich Aschersleben / Staßfurt sogar 51, die in diesem Schuljahr bereits nicht entschuldigte Fehltage haben.

" Dabei gehen wir aber davon aus, dass es eine nicht unbeträchtliche Dunkelziffer gibt ", ergänzt die Dezernentin. Zu den Drückebergern gehören sowohl Sekundarschüler als auch Schüler, die Sonderschulen besuchen. Auch Grundschüler und Gymnasiasten nehmen es nicht immer so ernst mit der Schulpflicht.

Die meisten Schulschwänzer sind Berufsschüler. Um dem entgegenzuwirken, arbeitet in der Landkreisverwaltung, wie die Dezernentin berichtet, eine Arbeitsgruppe " Schulpflichtverletzungen ". Ihr gehören Vertreter des Jugend-, des Kultur- und Schulverwaltungs- sowie des Ordnungsamtes an.

Festgelegt sind einheitliche Regelungen für alle Schulen des Landkreises. Schwänzt ein Schüler den Unterricht, wird das dem Kultur- und Schulverwaltungsamt gemeldet. Dort wird der Fall registriert sowie das Staatliche Schulamt und die Bußgeldstelle der Landkreisverwaltung informiert. Die Bußgeldstelle leitet dann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren – meist gegen die Eltern – ein. Wie Petra Czuratis präzisierte, " wird ein Buß- oder Verwarngeld verhängt, das sich in der Regel auf 50 Euro plus Verwaltungsgebühren beläuft. " Schüler über 16 Jahre müssen das Bußgeld selbst bezahlen. Wiederholungsfälle sollen künftig noch höher bestraft werden.

Aber nicht nur bestraft werden die Schulschwänzer und ihre Eltern. Schulsozialarbeiter werden eingeschaltet und das Jugendamt unterstützt sie mit Hilfsangeboten. Ob sie schon wirken, kann die Dezernentin nicht sagen. Sie weiß aber, dass " Schulverweigerer, also Schüler, die dauerhaft die Schule schwänzen, im Salzlandkreis bisher nicht bekannt geworden sind. "