Bernburg ( MZ ). " In Magdeburg ist bekannt, dass Sie sich vor Ort abarbeiten und nicht nur schöne Reden halten ", erklärte Bernward Rothe.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion zählte am Dienstagabend zu über 30 Personen, die zu einem Treffen des " Bernburger Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Rechtsextremismus und Gewalt " gekommen waren. Museumsdirektor Roland Wiermann hatte in das Osttorhaus eingeladen.

Es ging darum, die Arbeitsschwerpunkte der nächsten Monate zu besprechen. Die Ersteigerung des Schlosses Trebnitz bei Könnern im Februar durch zwei bundesweit bekannte Neonazis war das aktuelle Thema. Roman Binder, Kreisvorsitzender von Bündnis 90 / Grüne, und Verdi-Mitglied Richard Schmid planen für den 8. April einen Aktionstag. Diese Idee trugen sie bei dem Treffen vor.

Anstoß muss von Trebnitzern kommen

Ob sich das Bernburger Bündnis dabei einbringen wird, hängt davon ab, wie es im Vorfeld gelingen wird, den Kontakt zu den Dorfbewohnern zu finden. " Der Anstoß muss von den Trebnitzern kommen ", lautete die Einschätzung von Friedel Meinecke. Er gehört zum fünfköpfigen Sprecherrat. Vor Ostern will sich der Sprecherrat dazu noch einmal verständigen.

Diskutiert wurde auch darüber, wie das Bündnis mit der Verwaltung des Hauses Markt 28 in Bernburg durch eine Tochtergesellschaft der Wohnungsgenossenschaft Bernburg reagieren soll. In dem historisch wertvollen Gebäude ist die Bundeszentrale der Jungen Nationalsozialisten ( JN ) und die Landesgeschäftsstelle der NPD eingemietet.

In der Vergangenheit hat der Sprecherrat des Bündnisses vergeblich versucht, an die gesellschaftliche Verantwortung der Wohnungsverwaltung zu appellieren. Die Gespräche sollen erneut aufgenommen werden. Stadtrat Eberhard Balzer ( Linkspartei ) wies auf den hohen Sanierungsbedarf des Gebäudes hin. Dies sei ein Ansatzpunkt für Stadt und Landkreis, um auch mit dem privaten Vermieter des Gebäudes zu reden. Auch das großformatige Banner des Bernburger Bündnisses gegen Rechts soll in den nächsten Wochen weiter öffentlich zu sehen sein. Nachdem das erste Banner durch Sturmschäden zerrissen wurde, gibt es nun ein kleineres Banner. Der nächste Standort wird der Wasserturm in Bernburg sein.

Ab dem 7. Mai sollen von Manfred Sievers wieder Informationsstände auf dem Karlsplatz organisiert werden. Dann wird auch ein neues Faltblatt vorliegen, das von Joachim Grossert entworfen wird. Er sprach sich für eine überschaubare Stückzahl aus, so dass der Inhalt immer wieder aktualisiert werden kann.