Traditionell vor den Winterferien führt das Staßfurter Dr .-Frank-Gymnasium seinen Tag der offenen Tür durch. Alle Fachbereiche der Schule präsentieren sich den Gästen, darunter die Eltern, Verwandten und Freunde der Gymnasiasten, die hier in den Klassen fünf bis zwölf lernen und ihr Abitur machen. Der Aktionstag richtet sich aber im Besonderen auch an die Mädchen und Jungen, die ab August am Gymnasium lernen wollen. Sie und ihre Eltern werden informiert, lernen die Schulgebäude und die zukünftigen Mitschüler kennen.

Staßfurt. Jonas lässt eine Kugel eine Holzbahn herunterkullern. Das Rund aus Metall wird schneller und schneller. Nur die stoppende Hand von Papa Johannes am Ende der Kugelsprungschanze kann verhindern, dass die Kugel zu Boden fällt. Jonas klatsch begeistern in die Hände : " Nochmal das Ganze ", ruft er. Der Papa macht wieder den Stopper, Schwester Melissa und Mama Birgit schauen beiden über die Schulter. Familie Brösicke erkundete beim Tag der offenen Tür am Staßfurter Dr .-Frank-Gymnasium zuerst den Physikraum. Die Güstener staunten hier über die Experimente, die Schüler unter der Leitung von Fachlehrer Lothar Birr aufgebaut hatten und vorführten. Die beschleunigte Kugel war nur ein Beispiel. Um das echte Kennenlernen des Gymnasiums ging es den Brösickes nicht mehr wirklich. Die Schule hat sowas wie Tradition in der Familie. " Schon ich habe hier gelernt ", sagt Birgit Brösicke. Kein Wunder, dass sie das Haus noch gut kennt und sogar manchen Lehrer wiedertrifft, der einst ihre Hausaufgaben kontrollierte oder Zensuren verteilte. Tochter Melissa will nun in die Fußstapfen ihrer Mutter treten. Die freie Wahl der Schule ab der fünften Klasse im Salzlandkreis macht es möglich, dass das Mädchen aus der Ränzelstecherstadt an der Bode lernen kann. Die Entfernung war es auch – die Brösickes denken da ganz pragmatisch – die eine Entscheidung zugunsten von Staßfurt herbeiführte. Doch Melissa wollte auch wissen, wie der Alltag in der Bildungseinrichtung aussieht. Und fand gleich Anknüpfungspunkte. " Ich tanze gern und beschäftige mich auch mit Computern ", sagt das Mädchen. Am Dr .-Frank-Gymnasium gibt es entsprechende Angebote in Arbeitsgemeinschaften und im Unterricht. " Ich freue mich schon sehr auf die Schule und hoffe, dass ich hier bald lernen kann ", sagt Melissa beim Rundgang durch das Haus.

Die Vielfalt des Unterrichts, der Arbeitsgemeinschaften und des außerschulischen Lebens stand im Mittelpunkt des Tages der offenen Tür am Königsplatz. " Schülerinnen und Schüler haben sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrerin viel vorgenommen und präsentieren das Leben und Lernen an unserer Schule ", beschreibt Schulleiter Steffen Schmidt den Hintergrund des Tages. Ihn freut besonders, dass die Gäste viel Kontakt zu den Mädchen und Jungen haben, die eigene Ideen einbringen und umsetzen, und so über die Kinder selbst von der lebendigen Schule erfahren.

Anschaulichkeit war dabei angesagt. Bei den Naturwissenschaften – Physik, Chemie oder Biologie – gab es Experimente. Aus den Musikräumen klangen die Instrumente, in den Sporthallen gab es allerhand Bewegung und aus manchen Klassenzimmern klang es Englisch, Russisch, Spanisch oder Französisch. Überall gab es Quizrunden und Knobelaufgaben.

Dass auch Geschichte nicht Langeweile bedeuten muss, zeigte Fachbereichsleiterin Birgit Lotz im Geschichtsraum. Angeregt durch den Unterricht bastelten Schüler Modelle von Burgen, Städten oder dem berühmten Ischtartor, das sich heute im Berliner Pergamonmuseum befindet. Stolz ist die Geschichtslehrerin aber über eine große Arbeit, die die gesamte Wand des Zimmers ziert. Zum 100. Jahrestag gymnasialer Bildung in Staßfurt ist eine große Wandtafel mit Bildern, Daten und erklärten historischen Zusammenhängen entstanden. " Die Schüler haben das alles in ihrer Freizeit gestaltet, so viel Interesse und Engagement unterstützen die Lehrer gern ", sagt Birgit Lotz.

Bei Christiane Vesper drehte sich alles um die Kunst. Schülerarbeiten wurden ausgestellt, Malereien, Plastiken aber auch Holzarbeiten, die in Zusammenarbeit mit dem BBRZ in dessen Werkstätten entstanden sind. Grafik, Malerei, Plastik und Kunstgeschichte – mit all dem beschäftigen sich die Schüler. " Dabei bleibt es nicht bei der Theorie ", sagt die Kunsterzieherin und zeigt im Raum ausgestellte Beispiele. Die Exemplare erreichen zum Teil ein beachtliches Niveau.

Am Ende des Tags der offenen Tür ist nicht nur Schulleiter Steffen Schmidt froh über die Resonanz. Auch die Brösickes aus Güsten fahren zufrieden und informiert nach Hause. Und Melissa fühlt sich bestärkt, im Sommer gern in einer fünften Klasse im Dr .-Frank-Gymnasium zu starten.

• Geschichte :

• 1910 Staatliches und Städtisches Reformrealgymnasium und höhere Mädchenschule

• 1914 Bezug der Gebäude am Königsplatz

• 1918 Vollanstalt – alle Klassen

• 1959 Erweiterte Oberschule Staßfurt

• Juni 1992 Dr .-Frank-Gymnasium

• Aktuelle Schülerzahlen :

• Heute 594 Schüler, davon 273 Jungen und 331 Mädchen

• 28 Klassen

• 59 Lehrer

• Unterricht / Fächer :

• Unterrichtsbeginn um 7. 30 Uhr, letztmögliche zehnte Stunde endet um 16. 45 Uhr

• Sprachen : Erste Fremdsprache : Englisch ist Pflicht von Klasse 5 bis 12 / Zweite Fremdsprache : Pflicht ab Klasse 7, wahlweise Russisch, Französisch oder Spanisch / Dritte Fremdsprache : Wahlweise ab Klasse 9, wahlweise Latein oder Spanisch

• Ab Klasse 9 Wahlpflichtfächer Psychologie, Informatik, Technik, Wirtschaft

• Arbeitsgemeinschaften : Chor, Theater, Jugend forscht, Schülerzeitung, Psychologie, Sport usw.

• Profil :

• Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

• Sportbetonte Schule ( verstärkter Sportunterricht in Klassen 5 und 6 )

• Kooperationen :

• Jugendblasorchester

• Grünes Labor in Gatersleben

• Betriebspraktika als Pflicht

• Sprachreisen und Schüleraustausch als Pflicht

• Schülerparlament : " Demokratie lernen und leben "

www. dr-frank-gymnasium. de