Seit 1998 engagieren sich Männer und Frauen ehrenamtlich im Löderburger Heimatverein. Ihr größter Verdienst ist die Bewahrung der Traditionen des ländlichen Lebens. Einen Ausdruck findet das in der reich bestückten Heimatstube im ehemaligen Löderburger Gemeindehaus.

Löderburg. Rita Köthe macht die Arbeit richtig Spaß. Seit Ende November ist die Löderburgerin über eine Qualifizierungsmaßnahme der Arbeitsagentur im Heimatverein beschäftigt. Bei ihr laufen derzeit die organisatorischen Fäden zusammen, Rita Köthe organisiert das Büro, spricht Termine ab und erledigt den Papierkram für den Verein. " Ich freue mich, dass ich helfen kann und die Gruppe damit unterstütze ", sagt sie, ist selbst Mitglied im Heimatverein, weiß um die Aufgaben und Belange. Und ihre Freunde aus dem Löderburger Kreis sind froh, dass jemand da ist, der sich auskennt.

" Dabei geht es um Brauchtums- und Heimatpflege "

Denn viel hat sich der Heimatverein vorgenommen. " Dabei geht es um Brauchtumsund Heimatpflege ", sagt Vereinsvorsitzende Helga Dornemann, die dem Heimatverein seit 2000 als Vorsitzende vorsteht. Die Bewahrung der Löderburger Tradition bot auch den Anlass, die Gruppe am 27. Mai 1998 ins Leben zu rufen. Dahinter stand die Initiative des damaligen Löderburger Bürgermeisters Dr. Rolf Funda und der ersten Vorsitzenden Annette Alsleben. Vorgänger waren Handarbeitsund Bastelgruppen, zu denen sich engagierte Frauen aus dem Ort regelmäßig trafen, auch Kinder oder Senioren dazu einluden. Schließlich entstand ein Heimatverein und der hat sich bis heute neben der Feuerwehr, den Schützen oder den Anglern etabliert.

Zahlreiche Veranstaltungen organisiert der Heimatverein, zum dem 22 Frauen und Männer aus Löderburg gehören. Die Heimatfeste gehören dazu. Seit fünf Jahren finden sie am See statt. " Die Zusammenarbeit von Tourismuszentrum und Verein findet viel Resonanz ", sagt Helga Dornemann. Am See finde man ein breites Publikum, erreiche Jung und Alt gleichermaßen. " Außerdem können wir mit See-Pächter Michael Schnock ein Programm auf die Beine stellen, das der Verein allein gar nicht stemmen könnte. " So gibt es immer wieder Radiomusikshows und Band-Auftritte, die hunderte Besucher ziehen.

Nach außen hin ist die Arbeit des Heimatvereins am wohl markantesten Bauwerk des Staßfurter Ortsteils zu sehen. Der Wasserturm gehört zwar der Kommune, er ist aber doch irgendwie zum " Kind " für die Männer und Frauen geworden, die ihn pflegen und unterhalten. Auf den einzelnen Etagen sind Bilder und historische Ansichten aus Löderburg zu sehen. " Die Pflege ist zwar aufwendig, wird aber von den Mitgliedern gern übernommen ", sagt die Vereinsvorsitzende, die auch selbst Gästen aufschließt und mit ihnen gemeinsam die 129 Stufen erklimmt, um in gut 30 Metern Höhe einen herrlichen Ausblick genießen zu können.

Herzstück des Vereinslebens ist aber die Heimatstube im Löderburger Gemeindebüro. Seit der Gründung ist hier eine Vielzahl von Ausstellungsstücken zusammengetragen. Ausstandspakete, Wäsche, Möbel, Betten, Kleidung, Geschirr, Einrichtungsgegenstände,

landwirtschaftliche Geräte. Zwei Räume sind komplett bis unter die Decke mit so mancher Rarität ausgestattet, hinzu kommt eine Waschküche in der Bodenkammer, mit dem Raum fing damals alles an. Viele der Ausstellungsstücke sind Geschenke oder Dauerleihgaben alteingesessener Löderburger. Andere Dinge kommen von Gästen, Rad- oder Wandertouristen, die die kleine Schatzkammer für sich entdeckt haben. Die Türen stehen immer nach Vereinbarung offen.

Stolz sind die Vereinsmitglieder auf ihre zwei Dutzend Bördetrachten, ein Fundus, den drei gelernte Schneiderinnen ein Jahr lang während einer ABM genäht haben, und mit dem die Frauen aus dem Verein heute oft auftreten.

" Wir pflegen unseren Stil weiter und konzentrieren uns auf Löderburg. "

Der Heimatverein ist froh, dass er vom Staßfurter Bürgermeister a. D. Martin Kriesel einen kostenlosen Nutzungsvertrag für seine Räume erhalten hat. Heute genehmigt die Verwaltung in Staßfurt, auch den Sitzungssaal für festliche Anlässe nutzen zu können. So kann Gästen oder Freunden Löderburgs ein schönes Programm bei Festen, Feiern oder Klassentreffen angeboten werden. " Die Begrüßung mit einem Gläschen Sekt gibt es in der Heimatstube, ein Spaziergang zum Wasserturm sorgt für Bewegung und Gespräche und gefeiert wird dann vielleicht im Bürgerhaus ", beschreibt Helga Dornemann.

Identität für den Ort Löderburg zu wahren in der größer werdenden Stadt Staßfurt sei für die Gruppe kein Problem, sagt die Vorsitzende. " Wir pflegen unseren Stil weiter und konzentrieren uns auf Löderburg. " Dennoch : Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und mit dem städtischen Fachdienst für Schule, Jugend und Kultur laufe bestens. 2010 wird man wieder viele Möglichkeiten haben, sich davon zu überzeugen.

Termine 2010

• 2. März : Feier zum Frauentag im Bürgerhaus Löderburg

• Kremserfahrt im Mai

• 31. Juli : Löderburger Heimatfest zusammen mit dem Tourismuszentrum Am Löderburger See

• 12. September : Turmfest zum Tag des offenen Denkmals am Löderburger Wasserturm

• Beteiligung an den Jubiläumsfeierlichkeiten 40 Jahre Kindertagesstätte Löderburg

• Auftritte in Trachten bei verschiedenen Heimatoder Dorffesten der Region

• Ansprechpartnerin für Informationen oder Terminabsprachen für Wasserturm- und Heimatstubenbesichtigungen ist Helga Dornemann. Die Vereinsvorsitzende ist unter der Rufnummer ( 03 92 65 ) 2 35 zu erreichen