Anläßlich ihres 60. Geburtstags präsentiert die Künstlerin Bärbel Feldbach die Jubiläums Ausstellung " Keramik – Formen und Zeichen " im Kreismuseum Schönebeck. Ab Sonnabend werden die Werke, eine Auswahl ihres gesamten Schaffens, ausgestellt.

Schönebeck ( aa ). Kacheln, Figuren, Vasen, Kerzenhalter und Dosen liegen noch unsortiert auf Tischen, in Kartons und Taschen. Geschäftige Hände bringen immer neue Kunstwerke aus Tüchern zum Vorschein. Mit jedem Gegenstand, der in dem noch leeren und kargen Raum des Kreismuseums Schönebeck ausgepackt wird, zieht ein Stück künstlerisches Flair ein.

" Es wird sozusagen eine Jubiläumsausstellung ", erklärt die Künstlerin Bärbel Feldbach, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feierte.

Nach der ersten Ausstellung 1978 in Greifswald, der unzählige Ausstellungen folgten, ist die neue Schau die erste Einzelausstellung der geborenen Schönebeckerin im Kreismuseum der Elbestadt.

Bereits mit elf Jahren begeisterte Bärbel Feldbach sich für Kunst und speziell auch für Keramik. Und besuchte den Keramik-Zirkel des Pionierhauses, der vom blinden Schönebecker Künstler Dario Malkowski geleitet wurde. " Vielleicht werde ich auch ein Erstlingsstück aus dieser Zeit ausstellen ", überlegt die 60-Jährige laut mit einem Schmunzeln.

Trotz ihres frühen künstlerischen Interesses erlernte Bärbel Feldbach erst einmal einen " ordentlichen Beruf ". Industriekauffrau, verrät sie mit einem Lächeln.

Eigentlich sollte es dann geordnet weitergehen. Lehrerin war ihr nächstes Ziel. Doch ein Studium mit ihrer Wunschfächerkombination Deutsch und Biologie war zu DDR-Zeiten nicht möglich. " Da kam mein damaliger Klassenlehrer auf die Idee, dass ich mich mit meinem künstlerischen Talent bei der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle ( Saale ) bewerben soll ", erinnert sie sich. Drei Tage lang nahm sie an der Aufnahmeprüfung teil und bestand. Ein einjähriges Praktikum musste sie jedoch vor Studienbeginn absolvieren, da sie keinen artverwandten Beruf erlernt hatte. " Im Glaswerk Derenburg und im Porzellanwerk Colditz arbeitete ich das Jahr lang ", erzählt die diplomierte Künstlerin aus dieser Zeit und ergänzt, dass ihr das dort Erlernte im Studium der Industriellen Formgestaltung für Glas, Keramik und Porzellan und bis zum heutigen Tag von Nutzen sei.

Obwohl sie nicht Lehrerin wurde, arbeitet sie dennoch heute mit vielen Schülern jeden Alters zusammen, gibt Kurse in der Volkshochschule sowie in der heimischen Werkstatt in Zens und beteiligt sich bereits seit zehn Jahren am Projekt " Künstler an Schulen ". In ihrem letzten Projekt an der Montessori-Schule gestaltete sie mit den Schülern eine Keramikwand für den Treppenaufgang zur Bibliothek.

Der leere Raum des Museums füllt sich mit Farbtupfern dank der Keramiken von Bärbel Feldbach. Zu vielen ihrer Werke fallen ihr Geschichten ein, selbst zu denen, die gar nicht vor Ort sind.

Eins ihrer bekanntesten Werke ist eine Reproduktion des " Knaben mit Reh ", die im Rosengarten des Kulturparks Schönebeck zu sehen ist. " Die Skulptur musste ich in Potsdam brennen lassen, da mein Ofen zu Hause zu klein war. Da kam ich ganz schön ins Schwitzen, ob denn das Stück überhaupt heil hin und zurück kommt ", erzählt die Künstlerin lachend und greift zu einer hohen Dose ( siehe Foto ).

Das sei auch ein schönes Stück, meint sie. Eine Auftragsarbeit von Firmenmitarbeitern für einen in den Ruhestand gehenden Kollegen. Den Griff des Deckels gestaltete sie in Form einer liegenden, sich entspannenden Figur, die den künftigen Rentner symbolisieren soll. Auf der Vase selbst sind geschäftige Figuren zu sehen : die Mitarbeiter, die weiter im Arbeitsleben stehen.

Ganz lebensnah wäre auch eine Vase, die sie noch zu DDRZeiten fertigte. Für die Verzierungen des kugelrunden Gefäßes tunkte sie Teile sauberer Baumwollwindeln in Ton, drapierte diese auf den Rand und brannte sie mit.

So könnte sie zu vielen Ausstellungsstücken kleine Geschichten erzählen. Doch der Aufbau der Ausstellung soll vorangehen. Am Sonnabend um 11 Uhr ist die Eröffnung im festlichen Rahmen, zu der alle interessierten Besucher in das Kreismuseum herzlich eingeladen sind.