Über die Arbeitsgemeinschaft Aschersleben Staßfurt ( Arge ) sind regelmäßig Mitarbeiter im Staßfurter Regionalverband der Kleingärtner tätig. Dessen Präsident Gerhard Kahle würde gern mehr Kräfte haben, vor allem, um sie beim Rückbau der leerstehenden Anlagen einzusetzen. Doch die Arbeitsverwaltung kann da nicht mitspielen.

Staßfurt. " Der Regionalverband der Kleingärtner erklärt sich sofort bereit, 100 Ein-Euro-Kräfte aufzunehmen ", sagt Präsident Gerhard Kahle.

In seinen Augen zeichne sich ab, dass die Langzeitarbeitslosigkeit als Folge der Weltwirtschaftskrise zunehme und in den nächsten Monaten mehr Menschen ohne Arbeit dastehen. " Sie könnten im Regionalverband eine gute Beschäftigung finden ", meint Kahle nachdrücklich.

Hinter seiner Forderung an die Arge nach mehr Personal steht nicht etwa der Griff zu den Sternen, sondern die feste Absicht, im Verband etwas tun zu wollen, besonders beim Rückbau von leerstehenden Kleingärten.

Gerade haben Stadtverwaltung und Regionalverband gemeinsam ein Kleingartenentwicklungskonzept erarbeitet. In den Augen Kahles ein wichtiges Dokument, das Strukturen und Gegebenheiten erstmals darstellt und damit als echte Arbeitsgrundlage dienen kann. Der Stadtrat hat allem zugestimmt. Sparten, die von viel Leerstand betroffen sind oder deren Vereinsmitglieder immer älter werden, sollen systematisch rückgebaut, konzentriert und ihre Parzellen nicht mehr bei Neuverpachtungen berücksichtigt werden.

Für die Vereine, so der Präsident, ein Kraftakt in doppelter Hinsicht. " Viele Vereinsmitglieder sind am Rande dessen, was im Ehrenamt möglich ist, tätig. Rückbauarbeiten würden die organisierten Gärtner auf sich allein gestellt finanziell überlasten. " Deshalb seine konkrete Forderung nach 100 Mann.

" 40 Personen sind ausreichend. "

40 Mitarbeiter sind für 2010 von der Arge zugesichert. Problem ist, sie können nicht für die von Kahle beschriebenen Arbeiten eingesetzt werden, sind dagegen in Tafel- oder Schulgärten als Helfer tätig. Für diese eindeutige Trennung ist auch Doreen Albrecht, Teamleiterin der Staßfurter Arge, und stellt klar : " Rückbau über Arbeitsgelegenheiten ist nicht möglich. Denn das ist Angelegenheit des Regionalverbandes und in seiner Satzung auch so festgehalten. " Klar definiert sei, so die Ressortchefin, was die Ein-Euro-Jobber dürften. Dabei komme es auf Gemeinnützigkeit der Aufgaben an. Es dürfe keine Konkurrenz zu gewerblichen Betrieben entstehen. Dementsprechend sei auch das Personal für den Regionalverband geplant und über Träger, wie die Gesellschaft für territoriale Sanierung und Innovation ( GSI ) Hohenerxleben eingesetzt. " Die Arge prüft mit den Trägern, welche Arbeiten in den Gärten anfallen, was die Tafeln an Obst und Gemüse benötigen. 40 Personen sind dafür im Regionalverband ausreichend. " Aus dem Pool der in Frage kommenden Arbeiter aus der Vermittlung und mit ihrem Budget müsse die Arge planen, eine Vielzahl von Trägern und Einrichtungen bedienen. Die Bereiche reichen dabei von Grünpflegearbeiten bis hin zum sozialen Bereich sowie der Kinder- und Jugendbetreuung.

Auch kurzfristig könne die Arbeitsverwaltung nichts machen, denn man sei an diese Gesetzmäßigkeiten gebunden, erklärt Albrecht. Der Regionalverband müsste erst seine Satzung ändern, dann könnte perspektivisch über eine Beschäftigungsmaßnahme auch Rückbau betrieben werden. Doch dafür gebe es im Moment noch kein Geld, so Albrecht.

Dieses Problem teilt sie mit dem Kleingarten-Präsidenten Kahle. Der will weiter kämpfen für mehr Personal. Und das kurzfristig. Denn die Herbeiführung einer Satzungsänderung über Mitgliedervollversammlungen und Abstimmungen sei viel zu langwierig. Gerhard Kahle : " Das Problem des Leerstandes wird jetzt akut und verschärft sich mit der Bevölkerungsentwicklung und dem Wegzug junger Menschen anlog zur Entwicklung beim Wohnraum. Wir müssen jetzt anfangen zu arbeiten und Geld bereitzustellen, um den Rückbau voranzutreiben. "