Gestern konstituierte sich in Güsten der Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Saale-Wipper. Ihm gehören Bürger aus den Mitgliedsgemeinden Alsleben, Giersleben, Güsten, Ilberstedt und Plötzkau an. Der Verbandsgemeinderat besteht aus 20 ehrenamtlich tätigen Verbandsgemeinderäten und dem Verbandsgemeindebürgermeister. Heiko Wigrim sprach mit Verbandsgemeindebürgermeister Steffen Globig über die bevorstehenden neuen Aufgaben.

Heiko Wigrim : Wie wird sich der neue Verbandsgemeinderat präsentieren – als Zusammenkunft von Interessenvertretern der einzelnen Mitgliedsgemeinden oder als ein Rat, der sich von den Interessen der einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften leiten lässt ?

Steffen Globig : Das lässt sich im Voraus nicht sagen. Wir werden uns erst daran gewöhnen müssen, dass der gesetzliche Wille vorsieht, in Fraktionen zu denken. Ich begrüße aber auch, wenn die Ratsmitglieder für ihre Gemeinde denken – und dabei natürlich immer die Gemeinschaft im Auge behalten.

Wigrim : Sie legen Wert auf die Gemeinschaft. Welche Unterschiede sehen Sie denn im Vergleich von Verbandsgemeinde und Verwaltungsgemeinschaft ?

Globig : Die Verwaltungsgemeinschaft war als Zweckgemeinschaft nur ein Zusammenschluss selbstständiger Gemeinden, die sich gemeinsam verwalten ließen. Die Verbandsgemeinde ist viel mehr : Durch die gesetzlichen Vorgaben besteht nun etwas Bindendes zwischen den Gemeinden. Denn von nun an müssen Aufgaben wie beispielsweise der Brandschutz, die Schulen und Kindergärten von den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats gemeinsam angepackt werden. Es kann nur dann zufriedenstellende Lösungen geben, wenn in der Struktur der gesamten Verbandsgemeinde gedacht wird.

Wigrim : Es gibt Ängste, dass durch die Verbandsgemeinde einzelne Feuerwehren oder Schulen vernachlässigt werden könnten. Sind diese Ängste berechtigt ?

Globig : Nur gemeinsam sind wir stark. Wir können und wollen auf niemanden verzichten. Wenn dieser gemeinsame Wille bei allen Ratsmitgliedern besteht, dann eröffnet die Verbandsgemeinde die Chance, alle vorhandenen Strukturen erhalten zu können. Die Verbandsgemeinde hat hier mehr Möglichkeiten als eine einzelne Gemeinde. Natürlich wird es Anpassungen geben : Beispielsweise wird für jede Feuerwehr nach den gesetzlichen Vorgaben eine Risikoanalyse vorgenommen und die Ausrüstung entsprechend angepasst. Innerhalb der Verbandsgemeinde haben alle Einrichtungen eine Zukunft – das gilt auch für kleinere Schulen.

Wigrim : Wo sehen Sie als Verbandsgemeindebürgermeister ihren Platz ?

Globig : Ich werde die Beschlüsse des Verbandsgemeinderates umsetzen und die Verwaltung in eigener Regie organisieren.

Ich möchte das Gleichgewicht zwischen den Mitgliedsgemeinden erhalten und den Bürgermeistern den Rücken stärken, damit sie für ihre Bürger da sein können.

• Gestern Abend fand im Ratssaal des Güstener Rathauses die konstituierende Sitzung des Verbandsgemeinderats der neu gegründeten Verbandsgemeinde Saale-Wipper statt. Der Rat der Verbandsgemeinde besteht aus 20 Mitgliedern, die am 29. November 2009 von den Bürgern der Städte Güsten und Alsleben sowie der Gemeinden Amesdorf, Giersleben, Ilberstedt und Plötzkau gewählt wurden.

• Im neuen Rat der Verbandsgemeinde Saale-Wipper ist die CDU die stärkste Fraktion. Sie stellt sieben der 20 Räte. Zweitstärkste Kraft ist die SPD mit vier Sitzen. Zu ihr gehört auch Güstens Bürgermeister Helmut Zander, der mit 789 die meisten Stimmen erhielt. Die Linke und die Unabhängige Wählervereinigung Ilberstedt haben je zwei Sitze im Verbandsgemeinderat. Der Verbandsgemeinderat wählt den Ratsvorsitzenden.

• CDU-Ratsmitglieder sind Reinhard Schinke, Siegfried Westphal, Uwe Opitz, Marlis Bey, Gerhard Malkowski, Hermann Heukamp und Peter Rosenhagen. Franz Günter und Ernst Hermann Bring sind die Räte der Linken. Zur SPDFraktion gehören Jürgen Mietzsch, Helmut Zander, Hans Pfeiffer und Helmut Knöfler. Weitere Ratsmitglieder : Lothar Jänsch und Harald Lütkenmeier ( UWV Ilberstedt ), Hans-Dieter Mattig ( WG Feuerwehr ), Jürgen Reske ( UWV Alsleben ), Peter Rietsch ( Freie Bürger Giersleben ) und Wolf Dietmar Beinroth ( WG Amesdorf ).