Die Führung des SV Lok Staßfurt hat die Ankündigung der Van-der-Valk-Gruppe, die Tennishalle des Salzlandcenters umzubauen, kalt erwischt, denn der Verein ist mit seinen Badminton-Spielern der Hauptnutzer des Objektes. Deshalb bat Vereinschef Karl-Heinz Grey den Stadtratsausschuss für Kultur, Bildung und Sport um Unterstützung.

Staßfurt. " Wenn wir da rausmüssen, ist es mit diesen optimalen Bedingungen vorbei. Dann ist alles hinfällig, was wir in sechs Jahren mühevoller Arbeit aufgebaut haben ", sagte Grey. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass der Verein damals mit 19 Erwachsenen und drei Kindern gestartet sei und jetzt 40 erwachsene Mitglieder und 40 Kinder zähle. " Wir sind bis ganz oben in die Spitze gekommen ", so der Vereinschef. Das alles sei ohne die Tennishalle akut gefährdet.

Es gebe allerdings noch eine andere Möglichkeit, teilte Grey mit. Dabei handele es sich um eine ehemalige ungenutzte Industriehalle auf dem Gelände des ehemaligen Fernsehrgerätewerkes. Die könnte die Stadt für 95 000 Euro erwerben, denn das Objekt müsse in kommunaler Hand bleiben, um einen Zuschuss zu bekommen. Der Verein müsste rund 200 000 Euro investieren und würde dafür 50 Prozent Fördermittel vom Land bekommen. 40 Prozent müsste er selbst aufbringen. Darüber hinaus sollen Gelder der Lotto-Toto-Gesellschaft eingeworben werden.

Gegen eine Nutzung der vorhandenen Sporthallen der Stadt spreche deren unzureichende Größe, sagte Grey.

" Wir haben etliche Hallen geerbt ", sagte Gerhard Wiest ( Die Linke ). " Aber wir können die Sportler nicht nach Förderstedt jagen ", entgegnete Ausschusschefin Karin Gründler.

Günter Döbbel ( FDP-Fraktion ) sagte : " Ich mache mir meine Gedanken, wie ein Verein mit 105 Mitgliedern das finanzieren will. " In diesem Jahr seien im Salzlandkreis nur drei Sportprojekte gefördert worden.

Döbbel : " Man muss einen Plan B haben, wo und wie man helfen kann. " Er glaubt nicht, dass das Salzlandcenter so schnell aktiv werden wird, zumal die Investitionen schon vor Jahren angekündigt worden waren und bis heute noch nicht in Angriff genommen wurden. Döbbel regte an, in Zusammenarbeit mit den Vereinen und der Stadtverwaltung generell über die Nutzung der Sporthallen zu reden, um zu einer effektiveren Auslastung zu kommen. Dieser Gedanke stieß beim Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, auf Unterstützung. Er forderte außerdem die Erarbeitung eines Sportstättenkonzeptes für die größer gewordene Stadt.

Zur Sportförderung und Hallennutzung werde Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) im Frühjahr vor dem Hintergrund der Haushaltslage dem Stadtrat eine Informationsvorlage zukommen lassen, kündigte dessen Stellvertreter Hans-Georg Köpper an, ohne bereits Details verraten zu wollen.