Staßfurt ( thö ). Die Gottesdienste zwischen November und Mai sind in der Sankt-Petri-Kirche nur etwas für abgehärtete Gottesdienstbesucher. Bei gefühlten zwei Grad Celsius wird den Besuchern schnell kalt im Gotteshaus, weiß auch Pfarrer Thomas Weigel. Gerade Heilig Abend haben die Leute in den vergangenen Jahren immer wieder bitterlich gefroren, erzählt er.

Nun hat sich die Kirchengemeinde entschlossen, gegen die Kälte etwas zu unternehmen. In den vergangenen zwei Wochen haben Elektriker Bankstrahler unter die hölzernen Kirchenbänke geschraubt. Die mit Strom betriebenen Heizstrahler sollen nun für wohlige Wärme sorgen. Zwei Drittel der Bankreihen sind jetzt mit den Strahlern ausgerüstet, freut sich der Pfarrer.

Rund 14 000 Euro hat die ganze Installation gekostet, erzählt der Pfarrer weiter. Das ganze Geld habe die Kirchengemeinde allerdings noch nicht zusammen. " Wir müssen noch etwas sammeln, um den ganzen Betrag zahlen zu können ", schildert er. Er habe mit dem Installationsunternehmen verhandelt und der Elektriker habe der Gemeinde die Summe gestundet.

Dank der neuen Wärmequellen unter den Bänken hofft der Pfarrer nun auf mehr Besucher während der Gottesdienste.

Rund 1100 Mitglieder zählt die Kirchengemeinde. Die Unterhaltung der Bankheizung sei eigentlich kein Problem, führt er fort. Die Heizungen seien sehr sparsam und verbrauchten nur wenig Strom. Pro Gottesdienst, so hat der emsige Pfarrer schon mal überschlagen, fielen rund acht Euro Kosten an.

Einen ersten Probelauf der neuen Heizung gab es in dieser Woche. Doch so richtig zufrieden wirkte der Pfarrer nicht. " Ich hatte mir vorgestellt, dass die Heizungen mehr Wärme abstrahlen ", schildert er den Selbstversuch.

Viel geändert hat sich für Thomas Weigel dagegen im kleinen Elektroraum der 120 Jahre alten Kirche. Ein riesiger Schaltschrank ist dazu gekommen. Hier befinden sich die Sicherung für alle Heizungen hinter einer großen Tür. " Ich kann jede einzelne Bank damit zu- und abschalten ", zeigt er auf die Vielzahl der Sicherungen.

Mit der Investition sieht sich der Pfarrer auf dem richtigen Weg in die Zukunft. Viele Kirchen hätte heute schon eine Heizung. Das gehöre heute einfach dazu und die Leute erwarten dies auch im Winter, meint er. Ob sich dadurch an den Wochenenden mehr die Gottesdienste mit Menschen füllen, muss die Zeit zeigen, fügt er hinzu.