Die Straßenbauarbeiten an der B 81 zwischen Egeln und Altenweddingen laufen auf Hochtouren. Bis 2011 soll die Trasse vierspurig ausgebaut werden. Rund 17, 3 Millionen Euro ivestiert das Land Sachsen-Anhalt in den 5, 4 Kilometer langen Abschnitt.

Von Daniel Wrüske

Egeln. Schnee, Kälte und Minusgraden zum Trotz rotieren die Baufahrzeuge an der B 81. Vor allem rund um den Körling wird gerade intensiv gebaut. Seit November bereitet eine Spezialfirma hier einen Brückenbau vor, der die Kreisstraße zwischen Schwaneberg und Altenweddingen über die dann vierspurige B 81 führen soll. Lastkraftwagen fahren Material für die Zuwegung an, Raupen planieren alles.

Doch bevor das schwere Gerät auf dem gesamten Bauabschnitt loslegt, ging es um filigranere Arbeiten. Da sich im Bereich der künftigen neuen Trasse ein archäologisches Bodendenkmal befindet. Forscher und Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege führten einen Schnitt durch das Erdreich durch, um Aufschlüsse über frühere Besiedlungen zu erhalten. Der Rasthof Körling hat seinen Namen nicht von ungefähr. Unweit dieses Hauses gab es die Wüstung Körlingen. Bereits 946 wurde diese Siedlung erstmals in einer Schenkung an das Kloster Liebfrauen durch Kaiser Otto I. urkundlich erwähnt.

" Bevor wir mit dem Dokumentationsschnitt entlang der künftigen Straßentrasse in vier Metern Breite auf 5, 4 Kilometer Länge und 40 Zentimeter Tiefe begannen, wurden Luftaufnahmen des Gebietes gemacht. Die unterschiedlichen Farbschattierungen des Bodens sind im Luftbild deutlich erkennbar und zeigten uns die Lage der Wüstung ", erklärt Ulrike Petersen. Sie war die Grabungsleiterin vor Ort.

Anhand dieser Aufnahmen und eines ersten Suchschnittes wurden im Dokumentationsschnitt explizite Grabungsfelder, fünf an der Zahl, erschlossen und bearbeitet. Und bei den Grabungen stießen die Archäologen auf interessante Funde. " Die Strukturen des Dorfes sind immer noch im Boden sichtbar ", so Ulrike Petersen. Die ersten Funde wurden bereits öffentlich präsentiert. So verschiedene Keramikscheiben aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, Fragmente eines Hufeisens und Reste eines eisernen Messers. Bedeutendster Fund ist aber eine bronzene Gürtelschnalle mit Verzierungen aus dem 13. Jahrhundert.

Die Forscher werden in den kommenden Monaten die Ergebnisse auswerten und dann vorstellen. Klar ist nach ersten Untersuchungen, dass die Menschen den fruchtbaren Ackerboden an dieser Stelle schon lange genutzt haben, aber auch, dass die Wüstung Körling bereits um 1450 wieder aufgegeben wurde, denn sie erscheint in der Folgezeit nicht mehr in Annalen und Karten.

Wenn alle archäologischen Grabungen abgeschlossen sind, soll im Frühjahr des kommenden Jahres mit dem Streckenbau begonnen werden, so der Fahrplan des zuständigen Bauministeriums. Zunächst wird die Richtungsfahrbahn Magdeburg ausgebaut werden, dann die Strecke Richtung Halberstadt. 2011 soll alles für den Verkehr freigegeben werden.

Durch den vierspurigen Ausbau der B 81 muss auch die Brücke über die Bahnlinie Magdeburg-Halberstadt neu gebaut werden. Die bisherige Überführung ist bereits abgerissen, der Verkehr wird zweispurig über das erste Teilstück des Neubaus geleitet. Derzeit wird am zweiten Teil der neuen Bahnbrücke gearbeitet. Dessen Fertigstellung sei für August 2010 geplant, hieß es aus dem Magdeburger Ministerium. Das Gesamtprojekt kostet rund 1, 6 Millionen Euro. Die Brücke wird 23, 50 Meter breit und 15, 5 Meter lang. 1800 Kubikmeter Beton und 230 Tonnen Stahl werden verbaut.