Güsten ( dw ). Die Einzelbewerber Steffen Globig und Roland Halang sowie Tobias Pochanke ( Die Linke ) und Helmut Zander ( SPD ) wollen an 1. Januar 2010 Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Saale-Wipper werden. Am 29. November entscheiden die Bürger an der Wahlurne, wer im Verbandsgemeinderat sitzen soll und welcher Verbandsgemeindebürgermeister dem Gebilde aus den fünf Orten Alsleben, Giersleben, Ilberstedt, Güsten mit Amesdorf / Warmsdorf und Plötzkau. Die Ortschaften behalten ihre eigenen Räte und Bürgermeister.

Bei einem Volksstimme-Forum im großen Saal des Bürgerhauses in Güsten stellten sich die Kandidaten am Donnerstagabend rund 160 Bürgern vor und beantworteten die Fragen aus der Zuhörerschaft. Dabei verdeutlichten die Bewerber für das Amt auch ihre Motivation und ihre Ziele in und für die neue Verbandsgemeinde.

Der jetzige Verwaltungsleiter Steffen Globig vergleicht das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters nicht mit dem eines Oberbürgermeisters. " Ansprechpartner vor Ort bleiben die Räte und Bürgermeister ", sagte der 36-jährige Osmarslebener.

Die Verbandsgemeinde und ihre Bürgermeister seien demnach Dienstleister für die Bürger und Verwaltungen in den Orten. " Deshalb müssen sie die Entscheidungen in den Orten mittragen, den Weg für ihre Umsetzung ebnen und die Ausgewogenheit unter den Mitgliedsgemeinden garantieren. "

Mitbewerber Roland Halang sieht das ähnlich. " Entscheidend sei, inwieweit wir es schaffen, das Wir-Gefühl zu stärken ", meint der 57-jährige Ilberstedter. Wenn es nicht gelinge, den Bürger mit in die Verbandsgemeinde zu nehmen und Identifikation zu schaffen, dann bleibe der Zusammenschluss der Orte nicht mehr als ein politisch gewolltes Gebilde ohne Leben. " Das Wir-Gefühl gelingt nur, wenn die Gemeinden partnerschaftlich miteinander und nicht als Konkurrenten denken. "

Neben den Gedanken seiner Vorredner will Tobias Pochanke vor allem sozialpolitische Akzente als Verbandsgemeindebürgermeister setzen. Die Verbandsgemeinde sei auch Träger der Grundschulen und das Schulgesetz in Sachsen-Anhalt regele die Mittagsversorgung für die Mädchen und Jungen, die hier lernen. Für warme Malzeiten in " besonderen Fällen ", so im Gesetzestext, zu sorgen sei die Aufgabe der Kommune. " Bei den Strukturen die wir in der Verbandsgemeinde zusammenführen – Feuerwehr, Kindertagesstätten und Schule – darf auch das nicht vergessen werden ", sagte der 35-jährige Amesdorfer.

Güstens amtierender Bürgermeister Helmut Zander sieht eine zukunftsfähige und leistungsstarke Verbandsgemeinde nur auf leistungsstarken Mitgliedsgemeinden begründet. " Deshalb bleibt die konstruktive Zusammenarbeit oberstes Ziel ", so der 60-Jährige auf dem Forum. Im Vergleich zu den vom Land in der Gebietsreform geforderten Einheitsgemeinden muss es gelingen, den Rahmen Verbandsgemeinde als beste Entwicklungsmöglichkeit für ihre Mitgliedsgemeinden unter Beweis zu stellen und die vom Innenministerium gegebene Chance einer Verbandsgemeinde optimal zu nutzen.

( Die Volksstimme berichtet am Dienstag auf einer Sonderseite ausführlich über das Bürgerforum. )