2010 feiert das Staßfurter Dr .-Frank-Gymnasium ein besonderes Jubiläum. Die Schule besteht im kommenden Jahr 100 Jahre. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Schüler, Lehrer, Schulleitung und -förderverein stellen eine Festwoche auf die Beine und rücken die Geschichte der Bildungseinrichtung dabei besonders in den thematischen Mittelpunkt.

Staßfurt. Über das erste Geschenk zum 100. Schuljubiläum können sich die Gymnasiasten in Staßfurt schon jetzt freuen. In der Aula erstrahlen zwei Flügeltüren zum sogenannten Chorraum wieder in altem Glanz. Sie wurden im Sommer in mühevoller Kleinarbeit von den Werkstätten für Denkmalschutz in Quedlinburg originalgetreu und sorgfältig restauriert und sind seit einigen Wochen wieder an ihrem alten Platz. Die Türen wurden aufgearbeitet und gangbar gemacht, die Glasscheiben nach historischem Vorbild ersetzt, die farblichen Verzierungen und geschnitzten Schmuckelemente sind wieder deutlich zu erkennen. " Damit kommen wir dem Originalzustand der Aula, wie sie sich zur Entstehungszeit dieses Hauses darstellte, sehr nahe ", sagt Schulleiter Steffen Schmidt und freut sich, dass die Arbeiten durch die großzügige Unterstützung des Schulfördervereins und des Salzlandkreises als Schulträger möglich wurden. 100 Jahre besteht die Schule im Jahr 2010. Am 1. April 1910 wurde die Schule, sie entwickelte sich aus einer Gehobenen Bürgerschule, die sich am heutigen Stadtsee befand, dem Königlichen Provinzialschulkollegium unterstellt. Es entstand das vom Staate und der Stadt gemeinsam zu unterhaltende Reform-Realprogymnasium, das 1914 in den Neubau an der Stadtbadstraße zog. Heute lernen Mädchen und Jungen in den beiden historischen Schulgebäuden am Königsplatz.

Kalenderverkauf

und Nicolausmarkt

Dieses Jubiläum soll vom 12. bis 16. April 2010 mit einer Festwoche gefeiert werden. " Es wird eine Festveranstaltung, einen Schulball und Projekttage geben, in denen sich die Schüler mit der Geschichte ihres Gymnasiums vertraut machen ", umreißt Steffen Schmidt einige geplante Höhepunkte. " Wir erwarten viele Gäste ", fügt der Schulleiter an, " so unter anderen Vertreter unserer französischen Partnerschule in Nogaro ". Im September waren Staßfurter Schüler in Südfrankreich zu Gast, ein Gegenbesuch ist bereits im März 2010 geplant.

Den Schulgeburtstag nehmen die " Dr .-Frankler " aber auch zum Anlass, um andere zu beschenken. Schulleiter Steffen Schmidt berichtet, dass derzeit ein Monatskalender für das Jahr 2010 entsteht, der historische Schulansichten und künstlerische Schülerarbeiten enthält. Das Vorhaben wird vom Schulförderverein unterstützt, der Reinerlös aus dem Verkauf der Kalender wird für die weitere Ausgestaltung des Schullebens eingesetzt. Der Kalender ist in seiner Art ein Unikat – neben Abbildungen aus einer Sammlung historischer Postkarten wird er auch eine Abbildung jenes großen Wandbildes in der Aula enthalten, das etwa 1943 entstand und in den frühen 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts übermalt wurde. " Es gibt restauratorische Untersuchungen, die belegen, dass das Bild noch da ist. Über eine Wiederherstellung sind sich die Verantwortlichen noch nicht im Klaren ", sagt Schmidt. Nicht nur die Finanzen spielten eine Rolle, sondern auch der Charakter des Wandbildes, so der Schulleiter mit Blick auf die Entstehungszeit. Interessierte können den Kalender zum ersten Mal am 6. Dezember erwerben. An diesem Tag veranstalten die evangelische Kirchengemeinde St. Petri und Johannis, die Stiftung Staßfurter Waisenhaus, die Goethe-Grundschule und das Dr .- Frank-Gymnasium einen Nikolausmarkt rund um den Königsplatz.

Bereicherung

für Schullandschaft

In diesem Schuljahr lernen 116 Schülerinnen und Schüler in den 5. Klassen am Staßfurter Dr .-Frank-Gymnasium. Unter ihnen sind 29 Mädchen und Jungen aus der Egelner Mulde, nachdem am Gymnasium Egeln in diesem Jahr keine fünften Klassen gebildet wurden.

" Aus meiner Sicht ist uns der Start gelungen ", sagt Steffen Schmidt. Die neuen Schüler lernen in drei der fünf 5. Klassen, nutzen Lernwerkstätten, Arbeitsgemeinschaften und weitere Betreuungsangebote. Die Schülerbeförderung ist inzwischen optimiert worden, von den Eltern gibt es positive Signale.

Die Entwicklungen in Egeln, das Vorhaben, das Gymnasiums an einen kirchlichen Träger zu überführen, verfolge man in Staßfurt " mit viel Sympathie ", so der Schulleiter. " Eine solche Schule in freier Trägerschaft kann die Schullandschaft nur bereichern ", sagt Steffen Schmidt.

Die Schülerzahlen für das Staßfurter Gymnasiums entwickeln sich auch nach den Berechnungen auf der Basis neuester demographischer Untersuchungen so, dass der Bestand der traditionsreichen Schule in Trägerschaft des Salzlandkreises gesichert ist.