Die Sporthalle in Hecklingen ist kein Vorzeigeobjekt. Das in die Jahre gekommene Gebäude muss dringend saniert werden. In dieser Woche trafen sich Eltern und Lehrer mit der Stadtverwaltung.

Hecklingen. An ihren Sportunterricht werden sich die 108 Grundschüler auch noch in einigen Jahrzehnten erinnern können. Der kleinen und maroden Schulsporthalle auf einem Hinterhof nahe der Grundschule ist das Alter anzusehen.

Gudrun Topf, Schulleiterin und selbst Sportlehrerin, kämpft seit mehr als zehn Jahren für die Sanierung der Sportstätte. Die Gründe haben sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. Große Stolperkanten gibt es zwischen den Umkleide- und Waschräumen für die Kinder. Markiert sind sie nicht. Nicht einmal die Türen zu den Umkleideräumen lassen sich schließen. " Die Kinder haben einen Anspruch darauf, dass sie sich geschützt vor fremden Blicken umziehen können ", sagt sie. Während ein Teil der sanitären Anlagen zumindest neue Waschbecken und Spiegel bekommen hat, sieht es auf der anderen Seite noch wie vor einem halben Jahrhundert aus. Dabei bilden die Umkleideräume nur den Vorgeschmack auf die eigentliche Sporthalle. Dünnes Linoleum verbirgt den Beton unter den Kinderfüßen. Mannshoch hängende Heizkörper sind überhaupt nicht zugelassen, zeigt die Schulleiterin. Von einem Prallschutz an den Wänden könne überhaupt keine Rede sein. Noch dazu zeigen sich in einer der Ecken knöchelhohe Rohre, die ebenfalls nicht gekennzeichnet sind und eine Verletzungsgefahr darstellen.

Seit Jahren prangert die Schulleiterin die Unfallquellen im Hecklinger Rathaus an. Dazu ist sie schon aus versicherungstechnischen Gründen verpflichtet, erzählt sie. " Sage ich nichts, können die Eltern mich verantwortlich machen, wenn sich Kinder verletzen ", schildert sie die Situation. Geholfen habe ihre Briefe bislang wenig. In dieser Woche trafen sich Eltern und Lehrer in der Stadtverwaltung mit der Rathausspitze, bestätigt Vize-Bürgermeisterin Heike Ursel-Weishaupt. In dem sachlich geführten Gespräch sei den Eltern der aktuelle Sachstand erläutert worden, erklärt sie für den erkrankten Bürgermeister. Die Stadt habe Fördermittelanträge gestellt, fährt sie fort. Außerdem gibt es auch ein Projekt für die Sanierung der Sporthalle. Auf rund 316 000 Euro Kosten kam der beauftragte Planer bei der Addition der einzelnen Posten.

" Wir wollen etwas für die Kinder erreichen "

Maximal 30 Prozent Förderung könne die Gemeinde aus einem Förderprogramm für die Schulsportstätten erhalten, erklärt sie weiter. Bereits im März habe sich die Stadtverwaltung dem Thema gewidmet, heißt es weiter von ihr.

Das bezweifeln allerdings einige Eingeweihte. Denn erst kurz vor dem Termin mit den Eltern haben die Stadtverwaltung Aktivitäten gezeigt, entgegnet Schulleiterin Gudrun Topf.

Die Lehrerin will aber sachlich bleiben. " Wir wollen etwas für die Kinder erreichen ", ist ihr großes Ziel. Dass das mitunter schwierig ist, weiß sie aus langer Berufserfahrung. Deswegen wolle sie auch sachlich weiter an dem Thema arbeiten und immer wieder in der Stadtverwaltung nachbohren.

Haupthindernis für eine schnelle Sanierung ist der Hecklinger Etat. Die Stadt plagt sich mit einem riesigen Schuldenberg herum. Mehrere Millionen Euro fehlen zum Haushaltsausgleich, beschreibt Heike Ursel-Weishaupt die Situation. " In diesem Jahr praktizieren wir die vorläufige Haushaltsführung ", schiebt sie nach.

Immer wenn das Missverhältnis zwischen den Einnahmen und Ausgaben kaum noch darstellbar ist und auch ein Konsolidierungskonzept kaum Aussicht auf Besserung ankündigt, ist die vorläufige Haushaltsführung das letzte Mittel. Damit muss die Kommune wenigstens die Pflichtaufgaben erfüllen. Freiwillige Leistungen oder Verpflichtungen sind da kaum noch drin. Im nächsten Jahr, kündigt Heike Ursel-Weishaupt an, wolle die Stadt aber die Sporthalle sanieren. Die Mittel dafür seien im nächsten Haushaltsplan vorgesehen. Offen ließ sie allerdings, ob das Papier überhaupt genehmigungsfähig sein wird. Sollte es eine Beanstandung oder Versagung der kreislichen Kommunalaufsicht geben, dürfte wieder die vorläufige Haushaltsführung drohen.

Wegen der prekären Etatlage hat die Stadt bereits Finanzhilfen beim Innenministerium beantragt. Ob das die nötige Entlastung bringt, ist ebenso offen.

Dennoch kann die Stadt die Sporthalle trotzdem sanieren, wenn sie der Kommunalaufsicht deutlich machen kann, dass dies eine Pflichtaufgabe ist. Auch im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung, bestätigt Heike Ursel-Weishaupt können solche Vorhaben umgesetzt werden, wenn sie unabweisbar sind. Der Stadtrat müsste dies dann beschließen.

Im November soll es ein nächstes Treffen zwischen Eltern, Lehrern und der Stadtverwaltung geben. Vielleicht kann die Verwaltung dann bereits konkreter den künftigen Zeitplan benennen, hofft Schulleiterin Gudrun Topf.

" Eine Investition in die Sporthalle ist auch eine Investition in den Grundschulstandort. Und der ist in der Zukunft gesichert ", sagt die Schulleiterin. Sieben Klassen hat die Grundschule an der Ortsdurchfahrt. Fast komplett zweizügig wird die Schule betrieben.

Daneben ist es für die Schulleiterin auch ein Aushängeschild für die Gemeinde. Schon deswegen sollte der Stadtrat die dringende Sanierung schnell anschieben, rät sie. Vor allem in den Wintermonaten mache den Mädchen und Jungen der Sportunterricht in der kleinen Halle zu schaffen. Dass bislang noch nicht viel passiert ist, dafür bedankt sie sich vor allem bei ihren Kollegen. Immer wieder passen die Lehrer während der Sportstunden sehr genau auf, dass die Kinder an den vielen Gefahrenstellen keinen Schaden erleiden.