Schönebeck. Die Überraschung war Holger Kolditz gestern deutlich ins Gesicht geschrieben. Der begeisterte Sportler wurde für sein Engagement in der Arbeitsgemeinschaft ( AG ) Fußball seiner Schule mit einem Trikot der U-17-Fußballnationalmannschaft ausgezeichnet. " Das ist eine große Ehre für mich ", sagte der Schüler, der in der Werkstufe der " Kastanienschule " in Aschersleben lernt. " Seit vier Jahren spielt Holger in unserer Mannschaft und hilft nun auch beim Training unserer Nachwuchsspieler ", lobte AG-Leiterin Ute Sperling den Torwart, der mit solch einem Geschenk gar nicht gerechnet hatte. Schließlich war der junge Fußballer mit seiner Mannschaft nach Schönebeck gekommen, um sich im Salinchencup gegen drei weitere Teams von Förderschulen für Geistigbehinderte zu bewähren.

Bevor es auf dem Spielfeld im Stadion jedoch richtig sportlich zuging, zeichnete Thomas Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes, noch ein zweites sportliches Talent aus : Ulrike Kaersten von der " Schule Lindenstraße " in Schönebeck. " Sie ist talentiert und bringt sich sehr gut in unser Team ein ", begründete Trainerin Heike Kuhne die besondere Ehrung. Während die ersten Regentropfen vom Himmel fielen, scherzte Leimbach : " Ihr hättet euch lieber einen Schirmherren besorgen sollen. " Doch die anfänglichen Angsttropfen machten den weiblichen und männlichen Fußballern nichts aus. Nach dem Anpfiff legten sie richtig los. Der Salinchencup, den die Schönebecker " Schule Lindenstraße " gestern zum dritten Mal veranstaltete, bot zahlreiche Zweikämpfe, Emotionen und insgesamt über 30 Tore, die für Jubel bei den Spielern, beim Publikum und den Trainern sorgten.

Am Ende nahm das Team der " Kastanienschule " den großen Pokal für den Erstplatzierten mit nach Aschesleben. Die Schönebecker " Schule Lindenstraße " belegte Platz zwei gefolgt von den Schulen " Regenbogen " und " Am Wasserfall " aus Magdeburg.

" Unser Wettkampf bietet den Schülern die Möglichkeit, sich selbst zu bewähren, für sie ist es wie eine eigene Weltmeisterschaft ", verdeutlichte Heike Kuhne die Freude, die die Mädchen und Jungen mit geistiger Behinderung erleben. Deshalb freute sich die pädagogische Mitarbeiterin über die Unterstützung vieler Sponsoren und des SSC, " der uns in diesem Jahr zum ersten Mal fördert ".