Schönebeck ( ak ). Unzufrieden mit der Bestandsaufnahme zum Thema Integration ist der Vorsitzende des Gesundheitsund Sozialausschusses Ralf-Peter Schmidt ( Die Linke ). Die Kreissozialpolitiker beschäftigten sich mit der Arbeit der Integrationskoordinatorin

( festangestellt beim Salzlandkreis ) und der Ausländerbeauftragten des Salzlandkreises ( ehrenamtlich tätig ).

Martina Plath, die frühere Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Schönebeck, ist seit mehr als einem Jahr als Integrationskoordinatorin mit der Aufgabe betraut, ein Netzwerk der mit Integration beschäftigten Akteure zu schaffen, eine Bestandsaufnahme zu machen und die bereits existierenden Angebote weiter zu entwickeln. " Die Bestandsanalyse ist gemacht ", erklärte Plath den Ausschussmitgliedern, nun solle die konzeptionelle Arbeit erfolgen. Parallel dazu sei sie regelmäßig mit Einzelbetreuungen befasst.

" Ist lediglich aufgelistet, wer besucht wurde "

Mit dem vorliegenden Bericht sei er alles andere als zufrieden, erklärte Ralf-Peter Schmidt. " Da ist lediglich aufgelistet, wen die Koordinatorin alles im vergangenen Jahr besucht hat. " Welche Hintergründe es dafür gebe, fehle gänzlich. Außerdem kritisierte Schmidt, dass die vorgeschlagene Netzwerkstruktur einen Integrationsbeirat vorsehe. " Das ist noch ein Gremium mehr, welchen Nutzen es aber haben soll, wird nicht erklärt. " Das sei frei nach dem Motto : " Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis " kritisierte der Ausschussvorsitzende.

" Wir haben uns Magdeburg zum Vorbild genommen, wo es einen solchen Beirat gibt ", erklärte Dezernentin Reingard Stephan, die die Arbeit der Integrationskoordinatorin anleiten und kontrollieren soll. Das vorliegende Schema zu erarbeiten habe lange gedauert, auch weil es schwierig gewesen sei, alle Akteure an einen Tisch zu bekommen. Auch seien die Zuarbeiten nicht so reichlich gekommen, wie man sich das erhofft habe. " Trotz allem werden wir allerdings auch nie an den Punkt kommen, an dem wir sagen : " Integration ist erreicht, das ist ein laufender Prozess ", so Stephan.

Ernst Neugebauer ( CDU ) gab zu bedenken, dass Integration eine Frage der gesamten Gesellschaft sei : " Wir müssen uns die Frage stellen, wie offen sind wir ?" Und es käme hinzu, dass auch die verschiedenen nationalen Gruppen ein unterschiedliches Interesse daran hätten, sich zu integrieren. Für Antworten darauf brauche es allerdings keinen Arbeitskreis.

" Leute müssen zu den Stellen passen "

Noch deutlicher artikulierte Schmidt seinen Unmut über den Tätigkeitsbericht der Ausländerbeauftragten Emma Kirkorow : " Das ist ein Bericht über sie, aber nicht über ihre Arbeit. Außerdem hätte ich den Tagesordnungspunkt gestrichen, wenn ich gewusst hätte, dass sie heute nicht hier sein würde ", so der Ausschussvorsitzende. " Wir haben erst heute erfahren, dass sich Frau Kirkorow im Urlaub befindet ", entschuldigte sich Reingard Stephan im Namen des zuständigen Dezernates und der Integrationsbeauftragten. Dass die ehrenamtliche tätige Kirkorow ihren Jahresurlaub haben würde, war der Kreisverwaltung allerdings bekannt : Der Volksstimme liegt ein Schreiben der Pressestelle vom 31. Juli vor, in dem der Jahresurlaub im August angekündigt wird, weswegen die Sprechstunden der Ausländerbeauftragten ausfi elen.

Zur Arbeitsweise der Beauftragten erklärte Stephan, dass es nur aus dem Altkreis Bernburg Erfahrungswerte geben, da in Schönebeck und Aschersleben-Staßfurt die Stellen nicht vergeben waren. " Die Bernburger Beauftragte hatte jedoch abgelehnt, den ganzen Kreis zu betreuen. Von den angeschriebenen Vereinen und Trägern gab es jedoch nur eine Rückmeldung. Dem Vorschlag des Vereins Urania Staßfurt sind wir gefolgt ", so Stephan. Schmidt stellte in den Raum, dass gerade in dem Bereich der Integrationsarbeit die " Leute zu den Stellen passen müssen ". Wenn sie das nicht tun, müsse man neu überlegen, regte er an.