Der Bauausschuss im Staßfurter Stadtrat hat den Weg für die Errichtung eines Zwischenlagers für ungefährliche Abfälle in der Nähe von Atzendorf freigemacht. Die Firma KRD ( Kompost / Rekultivierungsstoffe / Düngemittel ) GmbH in Atzendorf will hier Überreste aus Kläranlagen für größere Transporte sammeln.

Staßfurt. Mit der Entscheidung im Staßfurter Bauausschuss ist der Weg zum Bau des Zwischenlagers auf offenem Feld bei Atzendorf frei. Lange hatten die poltischen Gremien mit ihrer Entscheidung, der Stellungnahme durch die Stadt im Anhörungsverfahren des Salzlandkreises zuzustimmen, gerungen. Zumindest in Staßfurt. Denn während der Förderstedter Ortschaftsrat allen planungsrechtlichen Ausführungen aus dem Rathaus bereits zweimal mehrheitlich seine Zustimmung gab, hatte der Bauausschuss in der letzten Legislaturperiode des Stadtrates seine Bedenken. Zu wenig informativ waren den Mitgliedern im Juni die Unterlagen der Stadt. Eine Zustimmung wurde verweigert. Bereits damals kam aus dem Rathaus die Erklärung, dass der Kreis in diesem Fall die Zustimmung ersetzen werde, weil übergeordnete Fachbehörden keine Bedenken gegen eine solche Anlage hegen. Dass die Einvernehmensentscheidung über die Stellungnahme der Stadt – alles in allem also ein formaler Akt – nun noch einmal auf den Tisch des Fachausschusses kam, diente eigentlich nur dem Geraderücken der Beschlusslage. Denn der Kreis hatte seine, oben bereits geschilderte Vorgehensweise, schriftlich mitgeteilt.

Unternehmen informiert Ausschuss

Die Diskussion brachte aber auch die Informationen, die vielen Räten bisher noch fehlten. Und zwar von kompetenter Stelle selbst. Denn Lothar Laise, Geschäftsführender Gesellschafter der KRD Atzendorf, machte Ausführungen zu den geplanten Arbeiten seines Unternehmens und stand den Mitgliedern des Ausschusses für Fragen zur Verfügung. Der Anlass für das " Minibauvorhaben ", wie der KRD-Chef es nannte, seien die gesetzlichen Veränderungen bei der Düngemittelverordnung. Die führten dazu, dass Sandfangrückstände und Kanalräumgut, neben Klärschlamm und Siebrechengut die Bestandteile der Abfälle aus den Kläranlagen, extra kompostiert werden müssten. Laise erklärte, dass beispielsweise bei einer Kläranlage wie der des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Bode-Wipper in Staßfurt rund 25 Tonnen Sandfangrückstände im Jahr zusammenkommen würden. Die KRD müsse Sandfangrückstände und Kanalräumgut nun zu anderen Deponien fahren, um sie dort endgültig zu lagern. " Beim Bau des Zwischenlagers geht es uns in erster Linie darum, größere Transporteinheiten zusammenstellen zu können ", erklärte Laise. So sollen zwei sogenannte Boxen mit einer Größe von acht mal acht Metern und einer Höhe von drei Metern entstehen, in denen die Abfälle auf Zeit und bis zur Abfahrt gelagert sind. Beide Boxen haben eine Füllmenge von maximal 45 Tonnen.

Den Vorteil einer solchen Lagerverfahrensweise sieht der Unternehmer nicht nur bei seiner Firma, sondern auch für die Bürger. " Müssten wir kleinere Mengen Kanalräumgut und Sandfangrückstände permanent abfahren, würden Mehrkosten entstehen. Diese lassen die Abwasserverbände sicherlich nicht lange auf sich sitzen und legen sie auf die Kunden um. "

Neu gebaut werden soll übrigens nicht, machte der KRD-Chef deutlich. Eine bestehende Anlage, in der bereits jetzt bis zu 10 000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet werden, wird um die Boxen erweitert. Auch eine Geruchsbelästigung der Anwohner schloss Laise aus, denn die Lagerstätten seien entsprechend der gesetzlichen Vorgaben weit genug von Wohnbebauung entfernt.

Stadt gibt Hinweise zur Lagerstätte

Auch schloss der Geschäftsführende Gesellschafter aus, dass der Wind Kompostanteile verteilen könnte. Ein Punkt, den die Stadt in ihrer Stellungnahme betont. Hier heißt es : " Ein Eindringen von Fremdstoffen aus der Lagerhaltung in den Boden ist zu verhindern. Es sind geeignete Maßnahmen zur Verhinderung eines Abtragens durch Winderosion vorzunehmen. " Außerdem soll der erforderliche Löschwasserbedarf sichergestellt werden. Unter der Beachtung dieser Hinweise stimme die Stadt dem Bauvorhaben zu. Diesen Ausführungen folgte der Bauausschuss mehrheitlich.

Bereits in der vergangenen Woche gab es aus dem Ortschaftsrat Förderstedt mit vielen Ja-Stimmen grünes Licht.