Alkohol und Ratsbeschlüsse – das passt nicht zusammen. Aus diesem Grund soll das Trinken von Bier und anderen alkoholischen Getränken in den Sitzungsräumen jetzt verboten werden. Im Redaktionsausschuss kam diese Idee auf, die am 20. August auch den Rat passieren muss, wenn es um die Geschäftsordnung geht.

Staßfurt. Anstoßen mit einem " kühlen Blonden " auf die Mehrheit zu einem Beschluss – das könnte im Staßfurter Stadtrat bald Geschichte sein. Zumindest wenn es nach dem Willen des Redaktionsausschusses geht, der derzeit die Geschäftsordnung für das Gremium diskutiert.

Mehrheitlich sind die Mitglieder im Ausschuss der Meinung, der Ausschank alkoholischer Getränke sei dem Rahmen der Versammlung nicht würdig. Es mache kein gutes Bild, wenn in der Zeitung Fotos abgedruckt sind, auf denen die Ratsherren die Hand heben und vor ihnen auf dem Tisch ein Bierchen steht.

Nun, ganz so schlimm ist es nicht. Astrid Nicolin, für die Pausenversorgung der Ratssitzungen seit gut sechs Jahren verantwortlich, bricht eine Lanze für die Mitglieder : " Die Vielzahl der Räte trinkt Wasser oder Orangensaft. " Bisher habe sie während einer Sitzung höchstens sieben Flaschen Bier verkauft – und das bei über 30 gewählten Vertretern. Absolute Mehrheit also für die nichtalkoholischen Getränke. Drei Kästen mit verschiedenen Sorten stehen bei jeder Versammlung parat.

Anders sieht es seit der Eingemeindung Anfang Januar aus, bestätigt die Gewerbetreibende aus Staßfurt. Mit den dichter werdenden Publikumsreihen habe sich auch der Bierkonsum erhört. Gut einen Kasten tranken Zuschauer und Gewählte bei der letzten Sitzung im Juli. Astrid Nicolin : " Gegen ein Bier ist nichts einzuwenden, aber wenn es überhand nimmt, auch im Publikum, dann entspricht das nicht der Ernsthaftigkeit der Ratssitzungen. "

Genau so sehen das die Mitglieder des Redaktionsausschusses. Sie plädieren für ein generelles Alkoholverbot in den Versammlungsräumen – während der Sitzung und in den Pausen. Die Regelung soll für die Stadtratsmitglieder wie für die Besucher der Sitzungen gelten. Praktiziert wird das bereits beim Rauchen. Diejenigen, die sich eine Zigarette gönnen, müssen vor die Tür. Im Saal der Stadtwerke, traditionell Versammlungsort des Rates, ist das nicht möglich. Auch gibt es keinen off ziellen Raucherraum.

Der Vorstoß aus dem Redaktionsausschuss ist absolut neu. Noch nie hat es bisher ein Alkoholverbot für die Versammlungen gegeben. Vielleicht sind dabei die Zeiten in Erinnerung, bei denen der Rat noch im Tillysaal des Salzlandtheaters tagte und für einige damalige Gewählte das Theatercafé zum Debattierort wurde, das eine oder andere Glasel nicht ausgeschlossen.

Der Stadtrat setzt sich während seiner Sitzung am 20. August um 18. 30 Uhr, noch ohne das Alkoholverbot, mit dem Thema auseinander, wenn er über die neue Geschäftsordnung abstimmt.

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