Staßfurt. Mit einer Gedenkveranstaltung ehrten Mitglieder des Staßfurter SPD-Ortsvereins und Schüler der fünften Klassen der Hermann-Kasten-Sekundarschule gemeinsam mit ihrem Leiter Bernhard Polewka den ehemaligen sozialdemokratischen Bürgermeister Hermann Kasten. Dessen Geburtstag jährte sich am Sonnabend zum 124. Mal.

Bevor die stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Regina Anders das Blumengebinde am Gedenkstein niederlegte, erinnerte der stellvertretende Kreistagsvorsitzende Eberhard Müller ( SPD ) noch einmal an die Leistungen von Hermann Kasten in seiner nur vierjährigen Amtszeit von 1929 bis er am 4. Februar 1933 von hitlertreuen Gymnasiasten hinterrücks vor seiner Wohnung in der Parkstraße erschossen wurde. " Hermann Kasten hat sich sehr intensiv für alle in Staßfurt eingesetzt und hat in unserer Stadt in der Zeit der Weltwirtschaftskrise den Wohnungsbau gefördert, Grünflächen geschaffen und die Bode begradigen lassen ", sagte Müller. Kasten sei streitbar, ehrlich und vertrauenswürdig gewesen.

Müller : " Für uns Sozialdemokraten ist es sehr wichtig, auf diese Persönlichkeit hinzuweisen. " Man müsse auch heute noch an Hermann Kasten erinnern, damit man nicht vergesse, was zu seinem Tod und schließlich zum Zweiten Weltkrieg geführt habe. Das sei eine schlimme Geschichte gewesen, warnte Müller in Anspielung auf die rechtsextremistischen Aktivitäten in der Stadt.

Sein Ziel ist es, den Jugendlichen immer wieder deutlich zu machen, dass wir aus der Geschichte lernen müssen und dass sich so etwas wie am 4. Februar 1933 nie wiederholen darf. Damit sich die Mädchen und Jungen noch besser über das Leben und Wirken von Hermann Kasten informieren können, hat Müller dem Schulleiter bereits einen Teil einer umfangreichen Materialsammlung von Hermann Hofmann übergeben.

Namen nicht vergessen

Neben Staßfurt, so Müller, gibt es heute nur noch in Schönebeck, wo Hermann Kasten ebenfalls politisch aktiv war, und im Staßfurter Ortsteil Löderburg Straßen, die an den ehemaligen Staßfurter Bürgermeister erinnern.

Der stellvertretende Kreistagschef hofft, dass der Name Hermann-Kasten, den die Sekundarschule in der Michaelisstraße seit Jahren trägt, nach dem geplanten Umzug in das Wohngebiet Staßfurt-Nord nicht verloren geht.

" Mit dieser Gedenkveranstaltung auf dem Schulhof seit ihr offiziell aufgenommen in die Gemeinschaft der Hermann-Kasten-Schüler ", rief Müller den Mädchen und Jungen zu.