" Schon in der 1. Etage hat man einen herrlichen Blick über Staßfurt bis zum Hakel und ins Mansfelder Land ", schwärmt Dr. Dieter Naumann gestern bei der Baustellenbesichtigung am Schäfereiberg.

Staßfurt. Der Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft ( WBG ) Staßfurt und die Planer Katja Tomischka und Christian Boos haben Oberbürgermeister René Zok auch als Aufsichtsratsvorsitzenden der WBG zu Gast. Es geht voran mit der Sanierung der Gründerzeithäuser. Etwa 50 Handwerker tummeln sich zu dieser Zeit auf der Baustelle. Maurer, Trockenbauer, Dachdecker ... haben natürlich weniger die Aussicht, als vielmehr ihre Terminvorgaben im Blick. Wenn das vierte Dach gerichtet ist, werde erstmal gefeiert, schickt der WBG-Chef voraus. Auch mit den Nachbarn und einem Tag der offenen Tür.

Der erste überarbeitete Stuck schmückt schon die Front von Haus Nummer 3. " Es ist nicht alles zu retten, wenn man nach Neubaustandard sanieren muss ", erklärt Dr. Naumann. Doch einige Details wie Stuck-Köpfe, Fragmente der Eingangstüren oder Teile der alten Treppengeländer werde man integrieren, ergänzt Christian Boos. Immerhin hat der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden. Die künftigen Mieter übrigens auch. Haben sie sich rechtzeitig entschieden, konnten ihre Grundriss-Wünsche berücksichtigt werden. Immerhin 80 Prozent der 40 bis 139 Quadratmeter großen Wohnungen sind mittlerweile vermietet. Im Februar 2010, nach etwa acht Monaten Bauzeit, sollen die 32 Wohnungen komplett bezugsfertig sein. Auch drei Gewerbeeinheiten werden Parterre Platz finden.

OB Zok sieht die Investition gerade in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise als ein Signal, auch für benachbarte Immobilienbesitzer. Wohlwissend auch, dass beispielsweise mit der ehemaligen Kaufhalle noch eine harte Nuss zu knacken ist. " Die Erfahrung zeigt aber, dass solche Maßnahmen auch private Investitionen im Umfeld nach sich ziehen ", weiß Katja Tomischka. Von Fördermitteln aus dem Stadtsanierungsprogramm profitiert schließlich nicht nur die öffentliche Hand.

Zok nennt die 3, 5-Millionen-Euro-Investition in das Gründerhausquartier " unser eigenes Konjunkturpaket ". " Wir sehen hier 80 Prozent aus Staßfurt und der Nachbarschaft ", zeigt Planer Boos auf die Firmenwagen vor der Baustelle. Das zeuge zudem von der Leistungsstärke hiesiger Firmen.

Den künftigen Mietern wird es jedenfalls kaum an etwas mangeln. Von der Tiefgarage über die Aufzüge bis zu innovativer Wärmeversorgung durch Erdwärmeanlagen, dazu Solartechnik.

Dr. Naumann sieht das Vorhaben nicht ohne Stolz in der ersten Liga bei Wohnungsinvestitionen : " An solche Vorhaben mit Häusern aus der Gründerzeit wagen sich nicht viele Investoren ran. "