In unregelmäßiger Reihenfolge stellt die Volksstimme historische Schiffstypen vor, die auf der Elbe unterwegs waren. Heute Teil 2 : Gesegelte und geschleppte Schiffe – das sprietgesegelte Schiff.

Schönebeck. Die Bezeichnung " Sprietgesegelt " leitet sich von " spreizen " ab und gibt die plattdeutsche Version dieser Art der Segeltakelung wieder.

Kaffe ist ein Bauteil an Bug und Heck

Neben dem durch die Sprietstange ausgestellten Großsegel konnte an der Vorstag ein Vorstagsegel gefahren werden.

Schiffe dieser Art wurden nach der Bauart des Schiffskörpers auch als Kaffenkahn bezeichnet. Die Kaffe ist ein dreieckiges Bauteil an Bug und Heck des Schiffes, welches die seitlichen Bordwände aufnimmt. Eine andere Bauart des Schiffskörpers stellt der Stevenkahn dar. In diesem Fall nahm der hölzerne Vor- und Achtersteven die Bordplanken auf.

Im Gegensatz zum rahgetakelten Schiff ließ sich das Fahrzeug mit dem Sprietsegel höher am Wind fahren.

Das im Bild dargestellte Schiff besitzt bereits ein Schrägdeck, bestehend aus in Schiffslängsrichtung aufgelegten Decksbrettern.

Dem aufmerksamen Betrachter des Bildes ist sicherlich nicht entgangen, dass die im Topp dargestellte preußische Flagge und der darüber befindliche Fahrtwimpel nicht mit der dargestellten Fahrt- und Windrichtung übereinstimmen. Ebenso stehen die Proportionen des Schiffskörpers, der Masthöhe und der an Deck dargestellten Personen in keinem Verhältnis zueinander. Dieser Umstand ist sicherlich der Sicht des Künstlers hinsichtlich einer ästhetischen Gesamtkonzeption des Bildes geschuldet. Die oben abgebildeten Prinzipskizzen geben die hauptsächlichen Begriffe der Spriettakelage und des Ruders wieder.

Sylvio Süßenbach, Schönebeck, ist Schiffsführer und unterrichtet Nautik und Navigationslehre